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Priv.-Doz. Dr. Udo Krolzik: Kirche wird europäisch


4. Nur allmählich hat sich die Diakonie als nationaler Wohlfahrtsverband an das Thema Europa herangetastet. Zu Beginn der 90er Jahre hat die Prognos-AG der Diakonie wie den anderen Wohlfahrtsverbänden vorgeworfen, daß für sie Europa noch kein Thema sei. Seit einigen Jahren beteiligen sich nicht nur das Diakonische Werk der EKD und die Diakonischen Werke der Landeskirchen intensiv an den Gesprächen über die weitere Entwicklung, sondern auch einige der großen diakonischen Träger.

Die Gefahr, daß Diakonie als nationaler Wohlfahrtsverband die europäische Entwicklung nicht wahrnimmt und darauf keinen Einfluß nimmt, ist groß. Zu Beginn der 90er Jahre hat die Prognos-AG der Diakonie wie den anderen Wohlfahrtsverbänden vorgeworfen, daß für sie Europa noch kein Thema sei. Nur allmählich haben sich die Verbände in der Folgezeit an das Thema herangetastet. Zunächst haben sie der Europäischen Union im Bereich der sozialen Sicherungssysteme nur die Aufgabe der Koordination zugestanden, aber keinesfalls die der Harmonisierung der Sozialsysteme. Diese Grundposition einzelstaatlicher sozialer Autonomie kollidierte jedoch zunehmend mit dem Wunsch, europaweit eine Beseitigung sozialer Probleme, wie Armut und Ausgrenzung, zu erreichen. Eine zentrale Steuerung hätte eine höhere Kompetenz der EU-Gremien bedeutet. 1996 hat dann das Diakonische Werk in einer Stellungnahme zur EU Regierungskonferenz eine erweiterte Kompetenz der EU, bezogen auf die Probleme "Armut und Ausgrenzung" eingeräumt. In der Folge beschäftigte sich die Diakonie mit der Frage eines gemeinsamen europäischen Sozialmodells und damit in der letzten Konsequenz auch mit der Frage einer Harmonisierung der sozialen Sicherungssysteme, wobei sie von Zeiträumen von 50 und mehr Jahren ausgeht.

Wie wenig sich die Diakonie lange Zeit mit den praktischen Folgen der Europäischen Union beschäftigt hat, zeigt sich auch daran, daß bis Februar 1998 - so weit ich sehe - sich noch kein landeskirchliches Diakonisches Werk dazu geäußert hatte, was die Einführung des Euros für die diakonischen Einrichtungen bedeutete. Auch das Diakonische Werk der EKD hat sich erst im März 1998 in einem Seminar mit der Einführung des Euros beschäftigt.

Es wird darauf ankommen, daß die Diakonie ihre Erfahrungen und Kompetenzen bei der Lösung sozialer Probleme differenziert in gesamteuropäische Problemlösungen einbringt.

Ganz in diesem Sinne hat sich das DW EKD an dem 2. Europäischen Forum für Sozialpolitik 1998 aktiv beteiligt. Dieses Forum war von der Europäischen Kommission eingerichtet worden, um die soziale Dimension der EU zu stärken.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 16. August 1999
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