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Priv.-Doz. Dr. Udo Krolzik: Kirche wird europäisch


- Euro und seine Folgen: Der Euro beschleunigt die Entstehung eines europäischen Dienstleistungsmarktes ganz erheblich.

Er erlaubt den direkten Preisvergleich der angebotenen Leistungen in den Staaten der Währungsunion, ohne Umrechnung und die damit verbundenen Ungenauigkeiten.

Er eröffnet den Bürgern der Mitgliedsstaaten der Währungsunion verstärkt Möglichkeiten, sowohl Dienstleistungen jenseits ihrer nationalen Grenzen in Anspruch zu nehmen als auch Arbeitsverhältnisse in den anderen Mitgliedsstaaten aufzunehmen.

Auch den Leistungserbringern werden sich ganz neue Möglichkeiten eröffnen, Leistungen transnational anzubieten.

Die Erweiterung der Währungsunion und der Europäischen Union insgesamt, insbesondere um mittel- und osteuropäische Staaten - wie sie im Juli 1997 (Agenda 2000) beschlossen wurde -, wird diese Entwicklung erheblich beschleunigen. Schon jetzt nehmen etwa deutsche Bürger billigere Kuren in Karlsbad und Marienbad in Anspruch und in grenznahen Gebieten finden arbeitslose Deutsche, etwa in Holland, einen Arbeitsplatz. Bisherige auf nationaler Ebene klare sozialpolitische Antworten verlieren so auf europäischer Ebene ihre Plausibilität - passen nicht mehr richtig. Die Kuren Deutscher in Karlsbad und Marienbad schaffen Arbeitsplätze für tschechische Arbeitslose. Außerdem bieten sie Menschen die Möglichkeit zur Gesundheitsförderung, die diese sonst nicht hätten. Gleichzeitig gehen Arbeitsplätze im Gesundheitswesen in Deutschland verloren. Andererseits finden arbeitslose Deutsche, etwa in Holland, qualifizierte Arbeitsplätze, an denen sie ihr Wissen und ihre Erfahrung einbringen können.

Der Europäische Gerichtshof hat im März bzw. April letzten Jahres entschieden, daß ein Gemeinschaftsbürger das Recht hat in bestimmten Fällen, Hilfsmittel, Gesundheitsleistungen und Pflegeleistungen in einem anderen Mitgliedsstaat zu erwerben, bzw. in Anspruch zu nehmen und die hierfür entstandenen Kosten vom Kostenträger seines Heimatlandes nach den dort geltenden Tarifen erstattet zu bekommen. Bei den Einstufungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen von pflegebedürftigen Deutschen, die in bestimmten europäischen Ländern leben, ist eine Lösung ausgearbeitet. So eröffnet der Euro die Möglichkeit, über Grenzen hinweg Preise zu vergleichen und entsprechend Leistungen anzubieten und wahrzunehmen.

Das 2. Europäische Sozialforum forderte, die NROs bei ihren transnationalen Aktivitäten in der EU zu unterstützen, indem die Gesetze und Vorschriften, die für gemeinnützige Vereine gelten, fortschreitend harmonisiert werden.

- Internationalisierung von Klientel und Mitarbeiterschaft: Das Angebot von Leistungen und deren Inanspruchnahme über Grenzen hinweg, schafft eine ganz neue Situation in diakonischen Einrichtungen, da sowohl die Klienten als auch die Mitarbeiterschaft ganz unterschiedlichen Nationen und Kulturen angehören. Diese Entwicklung wird sich durch die Osterweiterung noch erheblich beschleunigen und ausweiten. Hierfür bedarf es gezielter Fortbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter in diakonischen Einrichtungen, zunächst für die Leitungskräfte, dann aber auch für die einzelne Mitarbeiterin, den einzelnen Mitarbeiter, damit er oder sie Verständnis für die Menschen hat, denen ihre Arbeit gilt, bzw. vertraut gemacht wird mit unseren Standards.

Das Thema Internationalisierung von Klientel und Mitarbeiterschaft enthält noch einen zweiten Gesichtspunkt: In einem Unternehmen, in dem 75% der Kosten Personalkosten sind, liegt es nahe, Arbeitskräfte aus Niedriglohnländern einzusetzen oder in Niedriglohnländern seine Angebote zu machen. Und umgekehrt werden Menschen Leistungen, die sie selbst bezahlen müssen, dort in Anspruch nehmen, wo sie am günstigsten angeboten werden. Internationalisierung von Klientel und Mitarbeiterschaft bedeutet deshalb auch, sich für einheitliche fachliche Standards einzusetzen.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 16. August 1999
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