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Dr. Rainer Hering: Vom Umgang mit theologischen Außenseitern im 20. Jahrhundert.


I. Theologie ist in Hamburg am Dom-Lektorium und später am Akademischen Gymnasium vertreten gewesen.(5) Mit der Reorganisierung des Allgemeinen Vorlesungswesens gab es ab 1895 neben denen für die Kandidaten der Theologie auch öffentliche Vorlesungen der Hauptpastoren, die reges Interesse im bildungsbürgerlichen Publikum fanden. 1909 kamen am Hamburgischen Kolonialinstitut Veranstaltungen zur damals noch jungen akademischen Disziplin Missionswissenschaft hinzu, die von führenden Vertretern beider Konfessionen gehalten wurden. Bei der Gründung der Hamburgischen Universität im Jahre 1919 wurde auf eine theologische Fakultät verzichtet. Die Ursachen lagen auch in finanziellen Erwägungen, vor allem aber, weil sich hier - wie auch in Frankfurt am Main und Köln, den anderen Universitäts(neu)gründungen im zweiten Jahrzehnt des 20.Jahrhunderts - ein modernes Verständnis von Universität durchgesetzt hatte, das die Theologie nicht mehr als selbstverständlichen Teil der "universitas litterarum" betrachtete. Die angestrebte Trennung von Kirche und Staat sollte im Bereich der Universität nachdrücklich vollzogen werden. Trotz zahlreicher, wiederholter Bemühungen konnte in Hamburg erst 1954 eine evangelisch-theologische Fakultät ihren Lehrbetrieb aufnehmen. Zwischenzeitlich gab es aber neben den Vorlesungen der Hauptpastoren von 1931 bis 1937 im Rahmen der Religionslehrerausbildung ein theologisches Lehrangebot, das von Hamburger Pastoren und auswärtigen Professoren bestritten wurde. Hier lehrte Kurt Leese, auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven kirchlichen Dienst. Als nach 1945 die Verhandlungen über die Einrichtung einer theologischen Fakultät stockten, richtete die Landeskirche ein eigenes Kirchliches Vorlesungswerk ein, aus dem 1948 für sechs Jahre die Kirchliche Hochschule Hamburg entstand, an der - wie alle Hauptpastoren - auch Paul Schütz Lehrveranstaltungen abgehalten hatte. Leese und Schütz lehrten Systematische Theologie - Dogmatik und Ethik -, beide wirkten nach 1945 auch am Allgemeinen Vorlesungswesen der Universität vor einer größeren Öffentlichkeit.

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Zurück zum Text  5. Vgl. hierzu und zum folgenden Rainer Hering: Theologie im Spannungsfeld von Kirche und Staat. Die Gründungsgeschichte der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Universität Hamburg. Phil. Diss. Hamburg 1989 (erscheint voraussichtlich 1991); ders.: Theologische Wissenschaft und "Drittes Reich". Pfaffenweiler 1990, bes. 38-50 und 137-181.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 16. August 1999
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