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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik


Ernst Joseph Alexander Seyferts Werk Auf Geschichte und Kritik gegründete lateinische Sprachlehre in fünf Bändchen wird als Erste Grundlage zu einem vesten lateinischen grammatischen Lehrgebäude für Lehrer, Sprachforscher und Geschichtsforscher und Lernende im Jahre 1798 veröffentlicht. Die Kritik an der grammatikalischen Beschaffenheit von Texten wird durch Vertreter von Schriften auch in Form von Erläuterungen ausgeübt. Diese Formen der Kritik (critica) und Kunst der Kritik (ars critica) im Jahrhundert der Aufklärung gliedern sich in kleine Beiträge wie die kritische Kommentierung (commentatio critica), die kritische Anmerkung (adnotatio critica) und die großen Formen kritischer Brief (epistola critica), kritische Schrift (litera critica) und kritisches Büchlein (libellus criticus) auf. Auf Methoden der Kritik verweisen auch Gattungen wie das Gespräch (disputatio), die Dissertation (dissertatio), Schriften mit den Bezeichnungen Erklärungen und Beiträge zur Kritik, die kritische Untersuchung (disquisitio critica), der kritische Kommentar (commentatio critica), kritische Bemerkungen (animadversationes criticae) und kritische Übungen (exercitationes criticae) für die Bearbeitung von Literatur. Zu den in Latein verfaßten Formen für Darstellungen von Kritik an der Grammatik eines Textes zählen der Kommentar (commentarius), die Beobachtung (observatio) und Fragen (quaestiones). Die Beschreibung von Texten durch Methoden der Kritik von Philologen mit deutscher und lateinischer Terminologie und Begriffen gehört als Methode zur Untersuchung des Textes zu den Verfahren der Bearbeitung von Schriften. In Florian Dalhams Schrift Ars critica wird diese Kunst als eine philologische Methode im Umgang mit Literatur vermittelt. Die Theorie zu einer Kunst der Kritik ist auch im Jahre 1762 durch eine Rede - seine Schrift De oratio recte cogitandi, loquendi et intelligendi - belegt, in der er die Trennung von Künsten mit dem Begriff artium divisio vermerkt. Kritik wird als eine Kunst (ars) definiert, die Regeln für die Unterscheidung von Wahrem und Falschem, Richtigem und Verkehrtem gibt (regulas ad diiucandum vera a falsis, recta a pravis in re literaria). (147) Als Geschichtskritiker (critices historia) werden Aristoteles, Plutarch, Homer, Aristarchus, Alatius, Masorethas, Cicero, Valerius Probus und Sueton genannt. (148) Auf den Nutzen und Mißbrauch der Kritik (critices usus & abusus) und ihre Bedeutung für alle Fakultäten weist der Autor hin (critica omnes facultates complectitur). (149) Als zeitgenössische Kritiker werden Denis Diderot und Alexander Pope genannt. (150) Kritik und Rhetorik werden als Wissenschaften mit der Erlaubnis, zu zweifeln (dubitare licet), Definitionen von Fehlern und deren Ursprung (errorum origio) und Fehlern (rhetorices vitium) von Dalham als Quellen der Terminologie von Kritik genutzt. (151) Johann Friedrich Degens Sammlung Neue kritische Nachrichten von kleinen theologischen, philosophischen, historischen und philologischen Schriften wird im Jahre 1787 gedruckt. (152) Diese Lehre von der Kritik am Text im Lateinunterricht umfaßt Methoden, die mit den Bezeichnungen ars critica, Critic und Kritik für diese Verfahren im 18. Jahrhundert beschrieben werden. Vertreten ist diese Bearbeitung von Texten im Jahre 1802 durch die von Paul Jakob Bruns herausgegebenen Beiträge zur kritischen Bearbeitung unbenutzter alter Handschriften und Urkunden. (153)

Zurück zum Text  147. Dalham, Florian: De ratione recte cogitandi, loquendi et intelligendi libri III in quibus praecipua logicae, criticae et hermeneuticae capita illustrantur. [O. O.] 1762. S. 264. 564.

Zurück zum Text  148. Dalham: De ratione recte cogitandi. 1762. S. 393-394. 905-907.

Zurück zum Text  149. Dalham: De ratione recte cogitandi. 1762. S. 407. 943.

Zurück zum Text  150. Dalham: De ratione recte cogitandi. 1762. S. 215. 666, S. 298. 434.

Zurück zum Text  151. Dalham: De ratione recte cogitandi. 1762. S. 137, 247; S. 49, 50 und S. 332, 750.

Zurück zum Text  152. Rezensiert in: Göttingische gelehrte Anzeigen. 1787. S. 646-647.

Zurück zum Text  153. Rezensiert in: Göttingische gelehrte Anzeigen. 1802. S. 1837-1840; 1803. S. 2081-2082.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 4. Juli 2001
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