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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik


1.3.3 Bezeichnungen für die Textkritik zur lateinischen Grammatik im 19. Jahrhundert

Die Bearbeitung lateinischer Autoren durch Kritik in Nationalsprachen zu Beginn des19. Jahrhunderts Auswirkungen auf die Bezeichnungen von Gattungen ihrer Literatur in Europa. Otto Moritz Müllers Ausgabe von Sallusts Werken mit dem Untertitel Historisch-kritische Untersuchung der Nachrichten von seinem Leben, der Urtheile ueber seine Schriften, und der Erklaerung derselben erscheint zusammen mit einem Beitrag zur Kritik des Cicero und Seneca im Jahre 1817. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zählen zu den Vertretern der kritischen Beobachtungen (observationes criticae) Franz Spitzners und Friedrich Traugott Friedemanns Schriften De versu Graecorum heroico maxime Homerico accedunt eiusdem mantissa observationum criticarum et grammaticarum in Quinti Smyrnaei posthomericorum libros XIV et Dissertatio de media syllaba pentametri Graecorum, elegiaci, die im Jahre 1816 gedruckt werden. Spitzners Schrift Observationes criticae et grammaticae in Quinti Smyrnaei Posthomerica wird im Jahre 1839 publiziert. Zu den Texten, die in Form von Fragen (quaestiones grammaticae) gestaltet sind, zählt im Jahre 1826 Antonius Henricus Pareaus Werk Responsio ad quaestionem propositam grammatice et critice explicetur elegia Davidis in Saulum et Jonathanem zu den Versen 2. Sam. 1,17-27 der Bibel. Ernst August Fritschs Abhandlung Kritik der bisherigen Grammatik und der philologischen Kritik wird in Frankfurt im Jahre 1838 gedruckt.

Im Jahre 1835 wird Karl Wilhelm Dietrichs Werk Quaestiones grammaticae et criticae de locis aliquot Ciceronis publiziert. Friedrich Dübner veröffentlicht im Jahre 1858 Vergils Werke und im Jahre 1877 einen Kodex (codex) zu den Schriften von Aristophanes, zu denen er anmerkt, daß auch der antike Autor sich auf die Autorität des Aristarchus beruft und seine Leasarten nach grammatikalischen Vorreden (cum prolegomenis grammaticorum varietate lectionis optimorum integra) durch die Anmerkung anderer Kritiker ergänzt (ceterorum selecta annotatione criticorum item selecta).

Zu den Vertretern des grammatikalisch-kritischen Kommentars (commentarius grammaticus criticus) zählt im 19. Jahrhundert August Heiligstedts Werke Commentarius grammaticus historicus criticus in Jobum, das im Jahre 1847 gedruckt wird. Franz Joseph Valentin Dominik Maurers Werk Commentarius grammaticus criticus in Prophetas Minores wird im Jahre 1840 gedruckt. Den Begriff Grammatische Kritik verwendet Friedrich Ast im Jahre 1835 für sein alphabetisch gegliedertes Lexicon Platonicum sive vocum platonicarum index. In seinem Vorwort L. S. beschreibt Ast die res critica als Teil seiner Arbeit der Rezension (recensio): "In re critica ita versatus sum, ut, nulli quam vocant textus recensioni addictus, eas sequerer scripturas quae librorum Mss. Preastantissimorum [...] stabitiae essent auctoritate, et discrepantes librorum add. Scripturas brevissime signorum apposito V [...] Stephan [...]. (154) In Asts Werk Grundlinien der Grammatik, Hermeneutik und Kritik sind im Erscheinungsjahr 1808 die Begriffe Vokal, Konsolnant, Halblaut, Dialekt, Sylbe, Ton-Accentuation und die Wortarten Nennwort (Substantivum), Beiwort (Adjectivum), Zeitwort (Verbum) und Bestimmungswörter (Partikeln) Bezeichnungen für grammatikalische Einheiten. Die Wissenschaft der grammatischen, historischen Kritik und höheren Kritik definiert Ast als Forschung über die Echtheit der Schriften, ihrer einzelnen Theile, Stellen und Wörter. Diese Untersuchung der Echtheit einer einzelnen Stelle oder eines Wortes unternimmt der Philologe bei der Anwendung von grammatischer oder historischer Kritik. Die Erforschung von Echtheit oder Unechtheit eines ganzen Werkes oder einzelner Theile ist die Aufgabe des Teils der Kritik, den er als die höhere Kritik bezeichnet. (155)

In diesem Jahrhundert ist Friedrich Jacobs ein Vertreter für die Bearbeitung von Texten durch die Konjekuralkritik in lateinischer Sprache. Formen der Kritik antiker Kunstwerke sind die kritischen Übungen (exercitationes criticae) und kritischen Bemerkungen (animadversationes criticae) zur bildenden Kunst von Jacobs. Seine Lehrschrift Exercitationes criticae in scriptores veteres enthält im zweiten Band die Abhandlung Animadversiones criticae in Callistrati statuas et Philostratorum imagines mit einer Beschreibung von Kunstwerken aus dem Jahre 1797 unter dem Titel Descriptio nondum edita anaglyphorum in templo Apolloniadis. Eine Sammlung von Werken Jacobs unter dem Titel Reden, litterarische Briefe und zerstreute Blätter erscheint in Leipzig im Jahre 1844.

Zurück zum Text  154. Ast, Friedrich: Lexicon Platonicum sive vocum platonicarum index. Condidit D. Fridericus Astius. Vol. I. Leipzig 1835. S. III-VI. Zitat S. III-IV.

Zurück zum Text  155. Ast, Friedrich: Grundlinien der Grammatik, Hermeneutik und Kritik. Landshut 1808. S. 215.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 4. Juli 2001
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