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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik


Dem Schreiben der Tadlerin Olorena im 24. Stück geht die Sentenz Den stillen Wassern ist am wenigsten zu trauen von Canitz voraus. (193) Die Allegorien Simplex und Simplicia und der Gott Momos sind von Calliste beschriebene tadelnde Figuren. (194) In einem Ausruft in den Briefen der Tadlerinnen an die Journalisten wird eine Klage verlautbart: "Wie nuetzlich waere es also, wenn alle Journalisten zugleich gruendliche und aufrichtige Kunstrichter waeren." (195) Diese Anschreiben an die Tadlerinnen in datierten Briefen sind fiktive Briefe mit Anrufungen wie Vernünftige Tadlerinnen, die einem Brief von Clarice mit dem Datum Leipzig 10. Februar 1725 vorangestellt ist. Vertraute Schwestern! lautet die Anrede in einem Brief von Placidia. Mit den Worten Wertheste Tadlerinnen! werden in einem Schreiben von Modesta von der Linde vom 6. April des Jahres 1725 aus Leipzig die Adressatinnen angesprochen. Billige Tadlerinnen sind die einleitenden Worte von Eburina in ihrem Schreiben vom 16. Januar des Jahres 1725 aus Leipzig. Als Verstellte Tadlerinnen werden die Frauen von Meliorantes in einem Schreiben aus Dresden vom 20. Januar 1725 angeredet. (196) Auch Antwortschreiben von Phyllis wie das Schreiben mit der Anrede Mein Herr!, (197) die Anrede Vernuenftige Tadlerinnen in einem Schreiben der Aretine vom 1. März des Jahres 1725 (198) und der Brief von Maria Ignava vom 10. Febuar 1725 aus Leipzig gehören zu den Korrespondenzen dieser fiktiven Frauengestalten. (199) Im ersten Stück werden von Gottsched in ironischen Anmerkungen dem Dichter Canitz zugeschriebene Sentenzen den Briefen als Motti vorangestellt:

Die Larve vom Gesicht des Lasters abzureißen. (200)

Ein Deutscher ist gelehrt, wenn es sein Deutsch versteht. (201)

Ein andrer, von dem Pfeil des Liebens angeschossen,
eroeffnet seinen Schmerz mit hundert Gaukelpossen.
(202)

Er schreyt: Mein alter Rock der wird mir besser stehn
Gebt ihm den alten Rock, und laßt den Narren gehn.
(203)

Das hab ich keinen sonst gewiß als eurer Arbeit beyzumessen. (204)

Weitere Sentenzen von Canitz sind allegorische Beschreibungen der Dichtung:

Ists moeglich? kann dir noch Dichterkunst gefallen?
Gieb Achtung, bitt ich dich, wie unsre Lieder schallen,
und was für eine Brut man allenthalben heckt,
so weit sich das Gebieth des deutschen Bodens streckt.
(205)

Typische Metaphern der Barockdichtung sind die Worte Zibeth und Ambra, die auch bei Canitz in der Vorrede verwendet werden:

Ja wenn ihr Corydon, gebrueckt zu ihren Fuessen,
der Klagen Bitterkeit ein wenig zu versuessen,
nichts anders, als Zibeth und Ambra von sich haucht. (206)

Zurück zum Text  193. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. XXIV. S. 222-226. Zitat S. 222.

Zurück zum Text  194. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. I. S. 1-9. Zitat S. 2.

Zurück zum Text  195. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. XIV. S. 132-142. Zitat S. 134.

Zurück zum Text  196. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. X. S. 89-95. Zitat S.89.

Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. XIV. S. 127-128. Zitat S. 127.

Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. XV. S. 128-129. Zitat S. 128.

Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. XVII. S. 139-147. Zitat S. 139.

Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. V. S. 38-40. Zitat S. 38.

Zurück zum Text  197. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. V. S. 40-43. Zitat S. 40.

Zurück zum Text  198. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. XVI. S. 137-138. Zitat S. 137.

Zurück zum Text  199. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. XX. S. 167-170; 8. St. S. 63-

67. Zitat S. 63.

Zurück zum Text  200. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. I. S. 1-9. Zitat S. 1.

Zurück zum Text  201. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. II. S. 10-18. Zitat S. 10.

Zurück zum Text  202. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. III. S. 19-26. Zitat S. 19.

Zurück zum Text  203. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. V. S. 34-38. Zitat S. 34.

Zurück zum Text  204. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. VII. S. 60-63. Zitat S. 60.

Zurück zum Text  205. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. XII. S. 96-103. Zitat S. 96.

Zurück zum Text  206. Gottsched: Die vernünftigen Tadlerinnen. 1738. St. XIV. S. 121-127. Zitat S. 121.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 4. Juli 2001
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