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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik Gryphius wird als Autor für die Sentenz "Frisch! Schwestern, nur gewagt! Wer weis, wem unser Putz und Lockenwerk behagt?" genannt. (207) Die Sprüche "Welch schaendlicher Gebrauch! Indem uns manche so den guten Namen stehlen, und was wir nie gedacht, geschweige thun, erzaehlen" und "Der Bosheit Quell der Schlimme Neid!" werden dem Dichter Opitz zugeschrieben. (208) Neben den drei Barockdichtern Canitz, Gryphius und Opitz werden auch anonyme Personen wie Hereus und Philander von der Linde als Verfasser der Schriften genannt. Hereus ist der Verfasser der Sentenz "Wie strenge Froemmigkeit dem Heuchler Maentel leihet, der leicht, was Gott angeht; was ihn trifft, nie verzeihet." (209) Hereus verfaßt hier eine Frage an den Philologen: "Wenn aber jemand fragt, ob dieses Gedichte von Severamben sey? Der steht sich selbst im Lichte. Er darf des Rathes nicht." (210) Philander von der Linde beschreibt in seinen Sentenzen eine Frau von Bildung -unzweifelhaft ein Tugendideal, das die Philologie verkörpert: Sie liebt, was nuetzlich zu lesen und zu hoeren, Auch im Wortschatz des Hochdeutschen leiten sich die Funktionen des Kritikers aus den Titeln von Autoren der antiken Schriften ab. Der Kritiker grenzt sich mit seinen Aufgaben vom Grammatiker bei Gottsched ab. Gottsched definiert im Jahre 1760 den Grammatiker als einem Vermittler der Sprachlehre eines Litterators oder Philologus, der sich durch seine mannichfaltige Gelehrsamkeit auszeichnet. Die alten Grammatiker und Litteratores erstreckten ihre Graenzen auch weiter als auf die bloße Sprachlehre: "Sie erklaerten die alten Poeten und andre Schriftsteller, setzten die Alterthuemer und Geschichte ins Licht; verbesserten die fehlerhaften Abschriften der Buecher, u. d. m. wozu allerdings eine mannichfaltige Gelehrsamkeit gehoeret. Wir wuerden heute zu Tage einen solchen Gelehrten einen Litterator, oder Philologus nennen." (212)
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