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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik


Mit der Bedeutung gefährliche Situation wird ein schnellerer Fieberabfall als Wendepunkt einer Infektionskrankheit bezeichnet. So werden vom Duden auch plötzlich auftretende heftige Schmerzanfälle im Bereich verschiedener Körperorgane oder Körperregionen unter den Bedeutungen des Wortfeldes von Kritik genannt. Das deutsche Verbum kriseln ist mit den Bedeutungen ´drohend bevorstehen´, ´vorhanden sein von einer Krise´ und ´gären´ zu finden. (282) Das Wort Kritik hat im Wörterbuch von Duden die folgenden Bedeutungen:

(1) Kunst der Beurteilung
(2) wissenschaftliche oder künstlerische Beurteilung, Begutachtung, Bewertung oder Beanstandung.
(3) Tadel oder kritische Beurteilung
(4) Besprechung einer künstlerischen Leistung, Besprechung eines wissenschaftlichen, literarischen, künstlerischen Werkes in einer Zeitung und im Rundfunk.

Aus dem englischen Wortschatz stammt das Wort Kritikalität zum englischen Ausdruck critical, der die Bedeutung ´kritisch, gefährlich, bedenklich´ hat und beispielsweise zur Bezeichnung des Kritischwerdens eines Reaktors eingesetzt wird. Das Adjektiv kritikabel bedeutet bei Agricola ´der Kritik unterworfen, zu unterwerfen´. Die Klassifikation von Personen, die Kritik vertreten, wird auch vorgenommen. Das seit der Aufklärung genutzte Substantiv Kritikaster ist eine zu den Eigenschaften des Kritikers gehörende abwertende Bezeichnung von Personen mit der Bedeutung ´Nörgler´ und ´kleinlicher Kritiker´. Das Substantiv Kritiker ist eine Übersetzung vom lateinischen Wort criticus mit der Bedeutung ´kritischer Beurteiler´ zur Bezeichnung von einem Beurteiler. Das Wort wird definiert durch die Beschreibung von jemandem, "der beruflich Besprechungen von neu herausgebrachten Büchern, Theaterstücken u. ä. verfaßt oder jemandem, der eine Person tadelt oder etwas beanstandet". Ein neuer Ausdruck ist das Wort Kritikermafia zur Bezeichnung einer ´Personengruppe, die die Kritik allein bestimmt oder unterdrückt´. Das Substantiv Kritikus hat als Archaismus die abwertende Bedeutung kleinlicher Kritiker. Praktische Anwendungsbereiche sind Bezeichnungen wie Kritischer Zug für die Bewegung, die ein Langschrittler über einen Schnittpunkt hinweg im Kunstschach unternimmt. Nach den lateinischen Worten anticritica und anticriticus haben sich Adjektive und Substantive wie Antikritikus, antikritisch und kritisch nach Übersetzungen des griechischen Wortes in der Sprache der Gegenwart etabliert. Die Bedeutung ´zur entscheidenden Beurteilung gehörend´ liegt für das Adjektiv kritisch mit den folgenden Ausdrücken vor:

(1) nach präzisen wissenschaftlichen oder künstlerischen Maßstäben prüfend und beurteilend genau abwägend
(2) eine negative Beurteilung enthaltend
(3) mißbilligend
(4) schwierig
(5) bedenklich
(6) gefährlich
(7) entscheidend
(8) wissenschaftlich erläuternd

Begriffe für Methoden und Verfahren der Wissenschaft sind ebenfalls überliefert. Mit dem Wort kritische Ausgabe wird eine wissenschaftliche Ausgabe eines Originaltextes mit Angabe der Textvarianten und der Textgeschichte bezeichnet. Der kritischer Apparat ist die Gesamtheit der einer Textausgabe beigegebenen textkritischen Anmerkungen zu verschiedenen Lesarten und zur Textgeschichte. Das Verbum kritisieren hat die Bedeutungen nicht abreißend, durch einen bestimmten Zug eine Schädigung bewirkend. Kritisieren bedeutet auch nach dem gleichbedeutenden französischen Wort critiquer ´beanstanden´, ´bemängeln´, ´tadeln´ und ´als Kritiker beurteilen.´ Das Substantiv Kritizismus dient zur Beschreibung eines von Kant eingeführten wissenschaftlich-philosophischen Verfahrens, in dem "vor der Aufstellung eines philosophischen oder ideologischen Systems die Möglichkeit, Gültigkeit und Gesetzmäßigkeit sowie die Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens zu kennzeichnen oder den starken Hang zu kritisieren," untersucht werden. Der Begriff Kritizist bezeichnet einen Vertreter des Kritizismus. (283)

Zurück zum Text  282. Duden. Das Große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremd-wörter. Heraus-gegeben und bearbeitet vom Wissenschaftlichen Rat der Duden-redaktion. Mannheim, Leipzig, Wien und Zürich 1994. S. 786.

Zurück zum Text  283. Duden. Das Große Fremdwörterbuch. 1994. S. 787.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 4. Juli 2001
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