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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik


2.3.6 Der Begriff Criticism für die Kritik in England und Amerika im 20. Jahrhundert

Für die Verbindung von Kritik mit den Bereichen Literatur, Natur und Kultur werden Begriffe der Methode criticism für Medien und Theorien in der Neuzeit genutzt. In England und Amerika werden die Begriffe Kritik (critique), Kritizismus (criticism) und literarischer Kritizismus (literary criticism) für die Forschung verwendet. In England werden vom New criticism die Termini (close raeding key terms) der Neuen Kritiker (new critics) erstmals in der Schrift Understanding poetry von Cleanth Brooks und Penn Warren zusammengefaßt. Nicht erst seit dem 20. Jahrhundert wird die Kritik als criticism von verschiedenen Disziplinen angewandt. Bei der Verwendung von diesen Disziplinen werden Begriffe des Kritizismus (criticism) genutzt.

Im Englischen findet sich neben dem aus dem Französischen entliehenen Begriffen critique, critic, criticism, criticise und critizise, critical, critically für die Beschreibung des Kritikers (critic) seine Definition als "a person who writes reviews and expresses opinions about things such as books, films, music, and art." (722) Bereits in der Moderne werden die Begriffe behandelt. Am 26. November des Jahres 1924 schreibt Ivor A. Richards an Eliot über die Zeitschrift Criterion: "Dear Eliot, What a flattering letter! Certainly I can do something for the Criterion. Very glad to. I´m just getting together some ideas on current changes in the world picture due to penetrations into general awareness from Psychology (including Psycho Analysis), physics, biology, anthropology, etc,." (723) Richards Werk Principles of literature criticism wurden in diesem Jahre erstmals veröffentlicht. In der deutschen Übersetzung trägt diese Arbeit den Titel Sprache der Kritik, in deren Einleitung von den Allgemeinplätzen der Kritik gesprochen wird. (724) Richards spricht vom Chaos der kritischen Theorien (chaos of critical theories), einer Sprache des Kritizismus (langues of criticism) und dem Interesse des Kritikers am Wert (critics´ concern with value) bei der Ausübung von Kritik (critic) und Kritizismus (criticism) nach den Regeln der Kritik (rules in criticism). Die Dauer ist ein Kriterium (permanence as a criterion). Der Kritizismus (criticism) steht dem Skeptizismus (scepticism) gegenüber. Das Phantom des ästhetischen Zustands (the phantom aesthetic state) wird durch die ästhetische Wahl, das ästhetische Gefühl (aesthetic choise, aestetic emotion) und Wahrheit (truth) realisiert. Bei den Theorien unterscheidet er in Theorien der Wahrheit und Enthüllung (truth and revelation theories) und die Theorie der Kommunikation (theory of communication), Musiktheorie (the impasse of musical theory) und psychologische Werttheorie (a psychological theory of value). Es gibt eine Kommunikation über den Künstler (communication on the artist). Begriffe sind die Normung des Künstlers (normality of the artist) und der Wert, der als eine Grundidee (value as an ultimate idea) dient. Sich gegenüberstehende Begriffe sind Kunst und Moral (art and moral) und Kunstspiel und Zivilisation (art play and civilisation). Für Richards gibt es zwei Arten von Anwendungen der Sprache (two uses of language). Die Methode der Kritik besteht aus Beurteilung und abweichenden Lesungen (judgement and dievergent readings). Für Richards gibt es wirkliche und mögliche Mißverständnisse (actual and possible misapprehensions), Ebenen der Beantwortung und Weite einer Bitte (levels of response and the width of appeal). Bildliche Kategorien sind Skizzen für eine Psychologie (a sketch for a psychology), die Betrachtung eines Bildes (on looking at a picture), die Skulpturen und die Konstruktion der Form (sculpture and the construction of form) und Plastizität (plasticity). Kategorien der Rhetorik sind die Unterhaltung (enjoyment), Lautmalerei (onomatopoeia), Affekte wie Leidenschaft (passion) und das Vergnügen (pleasure), Emotion (emotion and the coenesthesia) und Gefühl (feeling), Erinnerung (memory) und Ironie (irony). Begriffe für semiotische Kategorien sind Bedeutung (meaning), Zeichen (sign), Einbildung (imagination), Idealismus (idealism), Ideale (ideals) und Bilder (images). Weitere Begriffe für Kategorien sind Befriedigung (satisfaction) von Begierde (desire), Erziehung (education), Geist (genius), Unbeständigkeit (instability), Schönheit (beauty), Integrität (integrity), Güte (good), Kommunikation (communication), Unpersönlichkeit (impersonality), Notwendigkeit (necessity), der Gegensatz von Intellekt und Emotion (intelligence vs emotion), Intelligenz (intelligence), Introspektion (introspection), Intuition (intuition), Ambiguität (ambituity), Wissen (knowing), der allgemeine Geschmack (popular taste), Sinneswahrnehmung (sensation), Referenz (reference), Präsentation (representation) und Attitüden (attitudes). Die Dichtung ist eine Poesie um der Poesie willen (poetry for poetry´s sake). Die Analyse eines Gedichtes (analysis of a poem) untersucht Rhythmus und Maß (rhythm and metre). Dichtung und Glauben (poetry and beliefs) und die Anspielartigkeit der modernen Dichtung (allusiveness of modern poetry) nach der Verfügbarkeit der Erfahrung des Dichters (The availability of the poet´s experience) sind weitere Begriffe Richards. Die Definition eines Gedichtes (the definition of a poem), die Schlechtheit von Dichtung (Badness in poetry) und eine Theorie der Ansteckung bei Tolstoi (Tolstoy´s infection theory) werden als Begriffe für eine Theorie von Richards genannt.

Zurück zum Text  722. Cobuild, Collins: English dictionary. Harper Collins Publishers. Oxford 1997. S. 389.

Zurück zum Text  723. Richards, Ivor A.: Selected letters of I[vor] A. Richards. Edited by John Constable. With an introduction by Richard Luckett. Oxford 1990. Zitat S. 31-32.

Zurück zum Text  724. Richards, Ivor A.: Prinzipien der Literaturkritik. Frankfurt am Main 1985. S. 29-41. Zitat S. 41.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 4. Juli 2001
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