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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik


Die Aufhebung der Zensur gegenüber Autoren ermöglichte im 18. Jahrhundert durch Erlasse von Fürsten die Etablierung von Kritik in der Neuzeit. Im Jahre 1782 erscheint im Vorwort der Monatsschrift Der Freymüthige mit landesfürstlichen Verordnungen, Abhandlungen, Rezensionen und Nachrichten der Begriff Kritik mit der folgenden Definition: "Ueberhaupt unser Urtheil freymuethig sagen, doch die Maeßigung und den Anstand, der Gelehrten geziemet, niemals aus dem Augen zu setzen." (770) Hier wird ein Erlaß zur Kritik aus Ulm über die Büchercensur und Preßfreyheit veröffentlicht:

Landesfuerstliche Verordnungen
Auszug aus der kaiserl. koenigl. oesterreichischen Verordnung vom 11 Junius 1781, die Buechercensur und Preßfreyheit betreffend
3. Kritiken, wenn es nur keine Schmaehschriften sind, sie moegen nun treffen, wen sie wollen, von Landesfuersten bis zum Untersten, sollen, besonders wenn der Verfasser seinen Namen dazu drucken laeßt, und sich also fuer die Wahrheit der Sache dadurch als Buerge darstellt, nicht verbothen werden, da es jedem Wahrheitliebenden eine Freude seyn muß, wenn ihm selbe auch in diesem Wege zukommt.
(771)

In Preussen wird von Friedrich dem Großen und Voltaire das Werk Anti-Machiavelli im Jahre 1745 als ein Versuch einer Critik über Nic. Machiavels Regierungskunst eines Fürsten mit dem Titel Anti-Machiavel ou essai de critique sur le prince de Machiavel veröffentlicht. Das Schreiben Über die deutsche Literatur, das Friedrichs der Große mit dem Untertitel Die Mängel, die man ihr vorwerfen kann, ihre Ursachen und die Mittel zu ihrer Verbesserung herausgibt, ist eine Antwort auf eine Schrift des Barons Bielfeld. Der König beschreibt die Herrschaft in der Gelehrtenrepublik mit den folgenden Worten: "Wie Sie wissen, herrscht in der Gelehrtenrepublik Meinungsfreiheit." (772) Zum Ermitteln eines Urteils empfiehlt er, die Redekunst zu erlernen: "Für die Rhetorik halte man sich an Quintilian. [...] Bei Befolgung der vorgeschlagenen Methode werden die Lehrer die Keime der natürlichen Anlagen entwickeln, das Urteil ihrer Schüler bilden, sie daran gewöhnen, nicht ohne Kenntnis des Grundes zu entscheiden und richtige Schlüsse aus ihren Regeln zu ziehen." (773) Nach dem Preußischen Zensurerlass erscheint im Jahre 1788 anonym von Johann Friedrich Unger die Schrift Einige Gedanken über das Censur-Edikt vom 19. December 1788 in Berlin. Übliche Voraussetzung für das Verfahren der Publikation ist in dieser Zeit die Legitimation eines Buches durch den Nachweis der Rechtmäßigkeit seines Druckes. So ist auf dem Titelblatt der Sammlung Historische und kritische Nachrichten von dem Leben und den Schriften des Herrn von Voltaire und anderer Neuphilosophen unserer Zeiten der Vermerk Imprimatur. Reichsstadt augsburgische Buecher-Censur zur Edition zu lesen, die im Jahre 1779 von Johann Christoph von Zabuensing veröffentlicht wurde. Im Jahre 1772 erscheint in der Vorrede des Magazins der deutschen Critik von Gottlob Benedict von Schirach eine Bemerkung über die democratische Freyheit dieser Zeitschrift: "Man wird leicht erachten, daß, bey einem solchen Institut die Urtheile unmöglich ganz gleichfoermig bleiben koennen. Dies ist ein Zeichen der democratischen Freyheit, welcher dieses Journal eroeffnet." (774)

Zurück zum Text  770. Der Freymüthige. Eine Monatsschrift von einer Gesellschaft zu Freyberg im Breisgau. Herausgegeben von Kaspar Ruef, Matthias Dannenmayer und Joseph Anton Sauter. Ulm und Freiburg 1782.1. Band. S. 5.

Zurück zum Text  771. Der Freymüthige. 1872. S. 7-15. Zitat S. 9.

Zurück zum Text  772. Ausgewählte Werke Friedrichs des Großen. Zweiter Band. Politische und philosophische Schriften, Gedichte und Briefe. Herausgegeben von Gustav Bert-hold Volz. Berlin 1916. S. 119-145. Zitat S. 119.

Zurück zum Text  773. Ausgewählte Werke Friedrichs des Großen. 1916. S. 132.

Zurück zum Text  774. Magazin der deutschen Critik.Herausgegeben von Gottlob Benedict von Schirach. 1. Band 1772. O. S.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 4. Juli 2001
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