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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik


Peter Sloterdijk verwendet in seiner Schrift Kritik der zynischen Vernunft den Begriff Krisenkomplex für die Jahre 1930 bis 1932. (911) Von Sloterdijks genutzte Begriffe sind Tauschwert der Kritik, vorkritische Zeiten, Institutionalisierung von Kritik, Kritik als Dritte Gewalt und Kritik als Vermittlung. Den Begriff spezielle Kritik definiert er auch in einem positiven und einem negativen Ausdruck als Kritik im Auftrag/ Kritik ohne Auftrag und Kritik dessen, was ist und Kritik dessen, was es noch nicht gibt. Über die Kulturvermittlung im Feuilleton bemerkt Sloterdijk zu der Frage, warum es keine Wissenschaftskritik in Feuilleton gibt: "Die Theorie des Seitensprungs träfe schließlich noch zu. Aber sie, die zynisch der Kritik der anthropozentrischen Geschichtsphilosophie dienen wollte, ist selbst zu anthropozentrisch, um Recht zu behalten. Die Vernunft spielt die Rolle des Anpassungsinstruments und nicht des Quietivs, wie es nach dem Gebrauch, den das Individuum zuweilen von ihr machte, scheinen könnte. Ihre List besteht darin, die Menschen zu immer weiter reichenden Bestien zu machen, nicht die Identität von Subjekt und Objekt herbeizuführen." (912)

Hans Albert unterscheidet im Jahre 1968 in seinem Traktat über kritische Vernunft in die Idee der Kritik, in die beiden Probleme der Begründung und einer rationalen Politik und die Gegensätze Erkenntnis und Entscheidung, Geist und Gesellschaft, Glaube und Wissen und Sinn und Wirklichkeit. Alberts Traktat über rationale Praxis behandelt bereits als Kritizismus und rationale Praxis die Begriffe Überwindung des klassischen Rationalitätsmodells, Konsequenzen, transzendentaler Ansatz, kritischer Realismus, menschliche Problemlösungstätigkeit, Idee rationaler Praxis und Zielsetzungen, Maßstäbe und Methoden. (913) Albert unterscheidet zwischen dem Problem der Begründung und der Idee der Kritik. Antithetische Begriffe sind Erkennen und Entscheidung, Geist und Gesellschaft, Glaube und Wissen, Sinn und Wirklichkeit. Albert untersucht das Problem einer rationalen Kritik. So beschreibt er die Wirkung der Ausgrenzung von Kritik in Systemen als einen Nachteil: "Nur wird im allgemeinen nicht zugestanden und wohl auch meist nicht gesehen, daß die Kritikimmunität eines Systems oder einer Aussage in erkenntnismäßiger Hinsicht auf jeden Fall kein Vorzug ist, sondern im Gegenteil ein erheblicher Nachteil, was immer man vom pragmatischen Wert der Gewißheit halten mag." (914)

Zurück zum Text  911. Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft. Zweiter Band. Frankfurt am Main 1983. S. 909.

Zurück zum Text  912. Sloterdijk, Peter: Gnosis als Frage der Kritischen Theorie (Theodor W. Adorno, Kierkegaard). In: Weltrevolution der Seele. Ein Lese- und Arbeitsbuch der Gnosis von der Spätantike bis zur Gegenwart. Herausgegeben von Peter Sloterdijk und Thomas H. Macho. Erster Band. Artemis und Winckler 1991. S. 352-356.

Zurück zum Text  913. Albert, Hans: Traktat über rationale Praxis. Tübingen 1978. S. 7-32.

Zurück zum Text  914. Albert, Hans: Traktat über kritische Vernunft. 5. verbesserte Auflage. Tübingen 1991. S. 41.

Vgl. zu den Abschnitten S. 8-28; S. 29-54; S. 55-79; S. 80-103; S. 104-130; S. 131-157; S. 158-182.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 4. Juli 2001
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