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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik


In Mercks Briefen werden neben historischen Beiträgen theoretische Erörterungen über Kritik, Theorie und Geschichte der Kunst die zeitgenössische Ausstellungskultur und ihre Wirkungen auf die Kunstkritik vorgenommen. Darstellungen über die Nachahmung von Kunstwerken in diesen auch Kunsttheorien der Gegenwart bewertenden Schriften bilden den Anteil an Mercks Schriften, der sie von der berichterstattenden Kunstliteratur in zeitgenössischen Journalen unterscheidet. Zum kritischen Schrifttum von Merck kommen seine kunsthistorischen und kritischen Abhandlungen aus Vergleichen der Antike mit der Gegenwartskunst und deren Terminologie hinzu. In einer Zusammenfassung von auf Plinius d. Ä. zurückgreifenden Erörterungen verwendet Merck in seiner Schrift Überblick über die Geschichte der Malerei von den frühesten Anfängen bis auf Rubens und van Dyck eine historische Gliederung von personifizierten Zeitaltern der Kunst in allegorischen Gestalten: Nach der Entstehung von Kunst durch die Geburt der Malerey aus der Liebe im Mythos folgt ihre frühe Kindheit in der Zeichenkunst, deren Entwicklung sich mit Künstlern des Perikleischen Zeitalters bis zur Zeit des Diadochenreichs und der römischen Antike fortsetzt. (994) In dieser Schrift lobt er die Verkörperung des Allgemeinen als Eigenschaft des Antiken und verweist auf den Verfall der Kunst in der späteren Zeit, in der der Pöbel der Italiänischen Künstler statt Gestalten leere Massen von Fleisch [...] hervorbringt, die dem allgemeinen Geschmack der Antique entgegenstehen. (995)

Die Schrift Der Herr Hofrath Hirt als Forscher über die Geschichte der neueren Malerei in Erwiederung seiner Recension des dritten Theils der italienischen Forschungen des Herrn C. F. von Rumohr erscheint von Gustav F. Waagen im Jahre 1832. Karl Friedrich Rumohrs Schriften in den Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik behandeln im Jahre 1831 im Paragraphen 2 den Begriff Geist der Kritik in den kunstgeschichtlichen Forschungen des 19ten Jahrhunderts. (996) Im Paragraphen 3 behandelt Waagen den Standpunct des Herrn Hofrath Hirt und der kunsthistorischen Kritik um das Jahr 1794. (997) Die Freundschaftsbriefe über Kunstausstellungen, die in der Neuen Bibliothek der schönen Wissenschaften und freyen Künste veröffentlicht werden, erscheinen regelmäßig in Zeitschriften. Die Fähigkeit von Mahlern und Bildhauern, wie der Poet die Natur für ihre Lehrerin und Meisterin zu erkennen, studieren und nachzumachen, vermerkt Bodmer in den Critischen Betrachtungen über die poetischen Gemählde der Dichter. (998)

Verglichen mit der Kritik über Literatur und Theater wird die Kunstkritik relativ spät ein Bestandteil des Feuilletons in Journalen. Eine Gliederung in Kunstkritik zur Architektur, Malerei und Plastik liegt erst im 19. Jahrhundert vor. Architektur, die bis Mitte des 19. Jahrhundert als Thema feuilletonistischer Kritik nur vereinzelt anzutreffen ist, wird zum regelmäßigen publizistischen Gegenstand des Feuilletons in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Das Werk Litteratur der Schönen Künste seit der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts bis auf die neueste Zeit von Johann Samuel Ersch ist mit dem Hinweis systematisch bearbeitet und mit den nöthigen Registern versehen ein Vorläufer der neuen, bis zum Jahr 1830 fortgesetzten Ausgabe von Johann Karl August Rese und Christian Anton Geissler, die in Leipzig im Jahre 1840 gedruckt wird. In dem Werk wird in die Schönen Künste, die plastischen Künste, Bildhauerei, Steinschneidekunst, Baukunst und Gartenkünste, die tonischen Künste, Redekünste, Dichtkunst, den mündlichen Vortrag, Musik, die mimischen Künste, die Mimik und Schauspielkunst unterschieden. Von Konrad Levezow wird in dem Werk Über archäologische Kritik und Hermeneutik, das im Jahre 1835 als eine der Abhandlungen der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Berlin erscheint, die Disciplin der Kritik und Hermeneutik beschrieben: "Man hat diese Disciplin der Kritik und Hermeneutik vereinigt, deren sorgfältiges Studium vor allem denen nicht vernachlässigt werden darf, die sich Emendazion und Erklärung der alten Schriftsteller besonders beschäftigen." (999)

Heinrich Heine ist in Deutschland ein Beispiel für die Dichtung und publizistische Arbeiten eines Autors. Heines Ideal eines Kunstwerks verkörpert, wie das der späteren Tendenzkritiker, ein Kunstwerk, das in Beziehung zur aktuellen Politik steht und eine neue Kunst, die nicht mehr das träumende Spiegelbild ihrer Zeit ist, repräsentiert. (1000) Heine hat in seinen Besprechungen der Pariser Salons neben ausführlichen Bildbetrachtungen, als deren Aufgabe er es verstand, die öffentliche Meinung zu referiren, auch poetische Kommentare und Verweise auf die gesellschaftliche Situation in seine Berichterstattung einfließen lassen. (1001) Heines Briefe Über Französische Bühne werden mit der Bezeichnung vertraute Briefe im Mai 1837 aus Frankreich an August Lewald nach Deutschland geschickt.

Zurück zum Text  994. Merck: Werke. Bd. 2. 1968. S. 323.

Zurück zum Text  995. Merck: Werke. Bd. 2. 1968. S. 239.

Zurück zum Text  996. Waagen, Gustav Friedrich: Der Herr Hofrath Hirt als Forscher über die Ge-schichte der neueren Malerei in Erwiederung seiner Recension des dritten Theils der italienischen Forschungen des Herrn C. F. von Rumohr. Berlin und Stettin 1832. S. 4-5.

Zurück zum Text  997. Waagen: Der Herr Hofrath Hirt. 1832. S. 5-8.

Zurück zum Text  998. [Bodmer, Johann Jakob]: Johann Jacob Bodmers critische Betrachtungen über die poetischen Gemählde der Dichter. Mit einer Vorrede von Johann Jacob Brei-tinger. Zürich und Leipzig 1741. (Reprint Frankfurt a. M. 1971). S. 28.

Zurück zum Text  999. Levezow, Konrad: Über archäologische Kritik und Hermeneutik. Berlin 1835. S. 225.

Zurück zum Text  1000. Vgl.: Preisendanz, Wolfgang: Heinrich Heine. Werkstrukturen und Epo-chenbezüge. München 21983. S. 21-23.

Zurück zum Text  1001. Windfuhr, Manfred (Hrsg.): Heinrich Heine. Historisch - kritische Gesamtausgabe der Werke. Französische Maler. Französische Zustände. Über die französische Bühne. Hamburg 1980. Bd.12/ I. S. 12.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 4. Juli 2001
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