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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik 3.2.4 Begriffe der Kritik zur Kunst im 20. JahrhundertDer Begriff Kunstkritik wird im 20. Jahrhundert für die bildenden Künste genutzt. Im 20. Jahrhundert liegt in der Praxis der Kunstkritik eine enge Verbindung von Erkennen des künstlerischen Gegenstands und dessen Wertung, Kunstbetrachtung und Kunstkritik im engerem Sinne vor. Der Begriff Kunstkritik gilt Walter Benjamins als esoterischer Hauptbegriff der Romantischen Schule." (1002) Benjamin spricht in seiner Dissertation Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik im Jahre 1919 von der dem Kunstwerk angehörenden immanenten Kritik. Am 9. Mai des Jahres 1918 schreibt Benjamin an Ernst Schoen über seine Lektüre der Romantiker im Umkreis von Schlegel: "Wissen Sie was mich jetzt in den kritischen Schriften dieser Leute wundernimmt? Es ist ihre große schöne Humanität. Sie haben die Schärfe der Rede, die sie gegen das Niedrige brauchen, aber sie verfügen über eine wunderbare Milde des Geistes angesichts unglücklicher Menschen. Dies scheint Goethe und Schiller in der Kritik nicht in dem Maße erreichbar gewesen zu sein. Dagegen sind A. W. Schlegels Rezension von Bürger und Schleiermachers von Garve wunderbar. Übrigens haben sich diese Leute in ihrer Kritik, wiederum ganz im Unterschied von Goethe fast immer Recht behalten und also gehabt." (1003) Hermann Broch beschreibt in dem Aufsatz Ornamente (Der Fall Loos) aus dem Jahre 1911 den österreichischen Architekten der Moderne gegenüber Vertretern der Bevölkerung wie den Kritikern: "Loos ist ein Architekt, der gegen die Philister arbeitet (welcher Künstler täte das nicht!), und doch ist es für seine Idee bezeichnend, daß sie die aktuelle Angelegenheit, ein Bruderzwist im Philisterium geworden ist. Man lese bloß die lieben Tagesblätter: Hie, Linksliberale, Sozialdemokraten, Aufklärung! Hie, wir Professoren, Akademiker, Tradition! Schneiderinnen, Professoren, Kritiker, der Kampf tobt.- Reinlich steht das Werk. - Das Problem Loos liegt in der Idee." (1004) Im Jahre 1927 erscheint in schriftlicher Form von Arthur Liebert die Abhandlung Zur Kritik der Gegenwart nach dem Vortrag Die geistige Krisis der Gegenwart. (1005) In den Kritischen Berichten zur kunstgeschichtlichen Literatur wird Theodor Muspers Schrift Antinomien der Holzschnittkritik mit vier Tafeln in den Jahren 1927 und 1928 veröffentlicht. Auf ihren Abbildungen sind Frauen von Georg Pencz und Sebald Beham, die Herrschersymbole Löwe und Adler von Hans Dürer und Hans Sprinkinklee, die Ornamente von Hans Schäuffelein und Anton Woensam und Karrikaturen von Hans Weiditz und Schäuffelein dargestellt. (1006) Woldemar von Seidlitz beschreibt im Jahre 1922 in der Einführung in das kritische Verzeichnis für die Radierungen Rembrandts den Zweck des Verzeichnisses: Das nachfolgende Verzeichnis der Radierungen Rembrandts bezweckt 1 die eigenen Werke des Künstlers von denen seiner Schüler und Nachahmer sowie von den ihm ganz ohne Grund zugeschriebenen Arbeiten zu sondern; 2 für die Blätter, welche nicht datiert sind, die ungefähre Entstehungszeit festzustellen; 3 die Zustände, die wahrscheinlich noch auf Änderungen zurückzuführen sind, welche der meister selbst an seinen Platten angebracht hat, von den übrigen zu sondern; 4 unter den vom Meister selbst herrührenden Zuständen diejenigen, die künstlerisch bedeutungsvolle Änderungen zeigen, herauszuheben; 5 die Technik, in der die einzelnen Blätter sowie die auf ihnen angebrachten Änderungen ausgeführt sind, soweit möglich anzugeben; 6 die zu den einzelnen Radierungen in Beziehung stehenden Zeichnungen und Gemälde sowie etwaige von fremder Hand herrührende Vorlagen aufzuführen; 7 bei besonders seltenen Blättern oder Zuständen dies möglichst unter Anführung ihres Aufbewahrungsortes anzugeben; 8 eine kurze ästhetische Würdigung der wichtigsten Blätter zu geben; 9 deutsche Benennungen für sämtliche Blätter aufzustellen (zum Teil im Anschluß an Nagels Künstlerlexikon); 10 die Literaturangaben von Middleton bis zur Gegenwart fortzuführen. (1007)
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