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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik


Auch in Italien wird ein Ansatz zur Ästhetik entwickelt. Das Werk Kritik des Geschmacks (critica del gusto) des Italieners Galvano della Volpe (1895-1968) erscheint als ein Entwurf zu einer historisch-materialistischen Literaturtheorie und Ästhetik in Deutschland im Jahre 1978. Della Volpe zeigt die Anfänge der Kritik des Bildes mit einer Unterscheidung in das poetische Bild, unscharfe Bild und Begriffsbilder mit Wörtern einer ästhetischen Terminologie in der italienischen Sprache auf. (1017) Das Glossar der italienischen Fachbegriffe mit deutschen Übersetzungen enthält die Begriffe Abheben, Ablösung, Abstand (scarto), bereichs- und fachspezifisch (tecnico), Bestimmtheit durch termini technici (tecnicità), Bild-Begriffe (immagini-concetti), Einbildungskraft (immaginazione), Eindeutigkeit (univocità), Erkenntnistheorie (gnoseologia), Evidenz von Bildern (icasticatà), fachlich (tecnico), Inhaltsfixiertheit (contenutismo), Sprache-als-langue (lingua-lettera), Sprechen-als-Stil (parola stile), Typisierung (tipicità), Vieldeutigkeit (polisenso), Wörtlichkeit (lettera) und Wortmaterial (letterale-materiale). (1018)

Wilhelm Pinder untersucht in der Schrift Von den Künsten und der Kunst im Jahre 1948 das Ornament: "Wo Ornament jetzt auftritt, ist es selten von innerer Notwendigkeit, es pflegt nur Schmuck zu sein." (1019) Pinder verwendet für Eigenschaften des Kunstwerkes die Begriffe Wesen der Künste, bildende Kunst, Sinne, wirkliche und geistige Ausdehnung, Dimensionsvergleich und Dimensionsgewinn, unbewegliche Kunst und bewegliche Kunst und Geschichtliches im Unterschiede der Künste. (1020) Begriffe, die Pinder für die Beurteilung von Kunst benutzt, sind Wesen der Kunst, Kunst als Bannung von Werten, Betrachter in der abendländischen Kunst, Anerkennung des Betrachters und das Malerische, Anschauung der Welt als Weltanschauung, Kunstwert und Ähnlichkeit, schöpferische Erinnerung, Form und Gesetz, Dichtung und Technai, Entwicklung, Fortschritt, Einfluß, Wachstum, Gegenstand und Ereignis. (1021) Erwin Panofsky verweist im Oktober des Jahres 1959 im Vorwort zur zweiten Auflage seines Werkes Idea, das sich auf einen von Ernst Cassirer in der Warburg Bibliothek gehaltenen Vortrag mit dem Titel Die Idee des Schönen in Platons Dialogen bezieht, darauf, daß im Jahre 1954 seine Studie Galileo as a Critic of the arts in Utrecht erschien. (1022) Im Jahre 1963 bemerkte Otto Groth zur zeitgenössischen publizistischen Kunstkritik: "Die Kritik als solche -die anerkennende, lobende oder verwerfende, tadelnde Beurteilung der künstlerischen Leistungen kommt in der Kunstkritik der Zeitungen und populären Zeitschriften rein kaum je vor." (1023)

Formale Eigenschaften für die Kunstkritik sind ihr Erscheinen in der Presse und ihre Einbindung in den Kunstmarkt, der unterschiedliche Institutionen der Produktion von Kunst, der Verteilung und Bewertung umfaßt. Das Verhältnis von Kunstkritik zu ihrem außersprachlichen Kontext ist als Bedingung der Mimesis von Kunstkritik ein Teil für die Konstitution dieser Form von Kritik. Bildbetrachtung und Bildwertung lassen sich nach ästhetischen Eigenschaften des Redegegenstands Kunst und der sprachlich-rhetorischen Kennzeichen der Textgattung feuilletonistische Kritik im Handbuch der Publizistik im Jahre 1969 nicht voneinander trennen. (1024)

Franz von Kutschera verwendet in seiner Schrift Ästhetik im Jahre 1988 den Begriff Kunstkritik für Erleben, Ausdruck und Beobachten, die entweder als sprachlicher Ausdruck oder nichtsprachlicher Ausdruck dokumentiert werden. Begriffe sind ästhetische Erfahrung, ästhetischer Begriff, Objektivität und Rechtfertigung ästhetischer Urteile. Für die Lehren verwendet er die Begriffe Kunst nach formalistischen Theorien, Ausdruckstheorien für die Ontologie des Kunstwerks und Kriterien für den Rang von Kunstwerken. Die Kunstkritik wird von Kutschera definiert durch die Bestimmung von Wert und Aufgabe von Kunst: "Kunstkritik bestimmt Wert und Aufgabe der Kunst." Medien für den Ausdruck und Ausdrucksformen in der gegenständlichen Malerei zu einer Interpretation von Werken umfassen gegenständliche Malerei, ungegenständliche Malerei, Plastik und Architektur. Der Ausdruck in der Dichtung bemißt sich durch Form und Gehalt von Gedichten, Erzählungen und Dramen. Ausdruck und Ausdrucksformen in der Musik bedürfen Theorien der Musik und musikalischen Hermeneutik. (1025)

Zurück zum Text  1017. Della Volpa, Galvano: Kritik des Geschmacks. Entwurf einer historisch-materialistischen Literatur-Theorie und Ästhetik. Darmstadt 1978. S. 8-10.

Zurück zum Text  1018. Volpa: Kritik des Geschmacks. 1978. S. 242.

Zurück zum Text  1019. Broch, Hermann: Kommentierte Werkausgabe. 1977. S. 89.

Zurück zum Text  1020. Pinder, Wilhelm: Von den Künsten und der Kunst. Berlin und München 1948. S. 15-44.

Zurück zum Text  1021. Pinder: Von den Künsten und der Kunst. 1948. S. 45-190.

Zurück zum Text  1022. Panofsky, Erwin: Idea. Ein Beitrag zur Begriffsgeschichte der älteren Kunst-theorie. Berlin 1982. O. S.

Zurück zum Text  1023. Groth, Otto: Allgemeine Betrachtungen zur Kunstkritik. In: Publizistik 8. (1963). S. 484.

Zurück zum Text  1024. Dovivat, Emil (Hrsg.): Handbuch der Publizistik. Berlin 1969. Bd.III. S. 245.

Zurück zum Text  1025. Kutschera, Franz von: Ästhetik. Berlin und New York 1989. Zitat S. 233.

Vgl. die Abschnitte S. 242-260, S. 11-68, S. 69-165, S. 166-276, S. 277-367, S. 368-463, S. 464-562.
 

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Stand der letzten Aktualisierung: 4. Juli 2001
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