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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik Im Jahre 1772 wird die Übersetzung von Ludewig Anton Muratonis Werk Kritische Abhandlung von dem guten Geschmacke in den schönen Künsten und Wissenschaften veröffentlicht. Kritik gilt hier als ein höchst nothwendiges Studium. Über den Kritiker stellt Muratoni fest, daß um "die Person des Kritikers wohl zu vertreten ein großer Vorrath von den ersten Grundregeln, und ein weitschichtiger Begriff in der Erudition, vermittelst welcher man es endlich dahin bringen kann in den fremden Arbeiten, und Lehrsaetzen jenes zu entscheiden, was schön, wahr, und gut," ist, erforderlich sei. "Derselbe muß zuvor den Stolz und die zu viele Vermessenheit auf seine eigene Kraeften und Vernunft, so gar leicht in dem Herzen der Jünglinge, wenn sie sehen, daß ihr Verstand nicht gemein, hervorkeimet, maeßigen, und ordnen." (1029) Johann Joachim Eschenburgs Werk Entwurf einer Theorie und Literatur der schönen Wissenschaften für seine Vorlesungen aus dem Jahre 1793 gliedert in die Aesthetik aus schönen Wissenschaften und Künsten, Poetik und Rhetorik. Im ersten seiner Ästhetischen Briefe schreibt Friedrich von Schiller, "daß es groeßtenteils Kantische Grundsaetze sind, auf denen die nachfolgenden Behauptungen ruhen werden." (1030) Im 26. Brief schreibt Schiller: "Nichts ist gewoehnlicher, als so gewissen trivialen Kritikern des Zeitalters die Klage zu vernehmen, daß alle Solidaritaet aus der Welt verschwunden sei und das Wesen ueber dem Schein vernachlaessigt werde." (1031) Schillers Hinweis im 18. Brief über die Hauptgebrechen der Ästhetik lautet: "Zunaechst müssen wir streng unterscheiden, indem wir in einer ersten These den Gegensatz hervorheben: das Schoene vereinigt faktisch zwei Seelenzustaende, die einander entgegengesetzt sind und niemals eins werden koennen." (1032) Friedrich Schleiermacher schreibt Ende des Jahres 1796 an Frau von Aulock einen Brief mit den einleitenden Worten: "Haben am heilenden Quell die Nymphen Dir freundlich geschmeichelt, Hermeneutik und Kritik von Literatur sind am Beispiel Schleiermachers aufzuzeigen. Schleiermachers Kritisches Sendschreiben an J. C. Gass erscheint im Jahre 1807. Über den sogenannten ersten Brief des Paulus an den Timotheos erschient ein Kritisches Sendschreiben an Joachim Christian Gaß. (1034) In dem Werk Ueber den sogenannten ersten Brief des Paulus an den Timitheus sind in der in deutscher Sprache verfaßten Schrift die Begriffe kritische Wichtigkeit und besonnener Kritiker zu finden. (1035) Im Schlußteil mit dem Hinweis auf die deutsche Sprache der Rede eines kritischen Sendschreibens schreibt Schleiermacher: "vorzüglich aber jeglichen Zwanges der Rede entschlagen, und Jeder wie ihm seine Sprache gewachsen ist an der deutschen Zunge Gediegenheit Gründlichkeit und natürlicher Freiheit festhalten möge. Leben Sie wohl." (1036) Auch vermerkt Schleiermacher in der Einleitung zu seiner Ästhetik im Jahre 1819 über die Grenzen der Kritik: "Im Allgemeinen ordnen wir das Einzelne dem Allgemeinen unter. Aber Grenzen sind schwer und nicht ohne Willkür zu bestimmen. Die technischen Vorschriften über Behandlung des Stoffes und der Instrumente usw. können die Künstler immer haben ohne speculative Principien. Doch können wir sie nicht ganz ausscheiden, weil ohne ihre Kenntnis keine Kritik geübt werden kann, und wir doch die Principien der Kritik aufstellen müssen." (1037) Schleiermachers Kritik der vier Formeln für den transzendenten Grund wird in seiner Dialektik verfaßt. Schleiermacher verwendet den Ausdruck Kriterium der Umkehrbarkeit der Urteile. (1038) Vgl. zu Schleiermacher auch die beiden Essays Schleiermacher über die ´Wut des Verstehens´ und
Schleiermachers Hermeneutik oder: Warum die Größten alle dasselbe sagen. In: Hörisch, Jochen:
Die Wut des Verstehens. Zur Kritik der Her-meneutik. Erweiterte Nachauflage. Frankfurt am Main
1998. S. 54-60 und 61-70.
Franz Koppe spricht von Restkriterien des Ästhetischen und Kunstkriterien für die Grundbegriffe
Wertschätzung, Neuheit, Wahrheit und Schönheit der Ästhetik. Vgl. Koppe, Franz: Grundbegriffe
der Ästhetik. Frankfurt am Main 1983. S. 122.
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