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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik 3.2.9 Begriffe der Medienkritik von der Moderne bis zum Ende des 20. JahrhundertsDie Vielfalt von Medien im 20. Jahrhundert ermöglicht die Veröffentlichung von Schriften und Formen der Kunst zur Vermittlung von Kritik. Das Medium ist eine Technik für die Darstellung des Materials. Neue Medien bieten auch Möglichkeiten zur Dokumentation. Auch der Brief in Form von e-mail ist ein Medium der Kritik, die im 20. Jahrhundert zur Korrespondenz zählt. Von seiten der Wissenschaft der Erforschung von Medien ist die Kritik in den Neuen Medien bislang gering berücksichtigt. So wurden beispielsweise Druckerzeugnisse, Fernsehen, Film, Hörfunk, Theater und Tonträger als Formen von Literatur und anderen Medien untersucht. Die Verfilmung von Schriften dient als Mittel der Konservierung und Übertragung in ein neues Medium. Die Öffentlichkeit, das Publikums, ist das Objekt von Formen der Kritik in diesen Medien. Mit dem Film Die Reise zum Mond begründet der Regisseur Georges Méliès im Jahre 1902 den science fiction-Film. Siefried Krakauer verfaßt die Abhandlung Über die Aufgaben des Filmkritikers. (1116) Am 15. April des Jahres 1927 erscheint in der Literarischen Welt von Willy Haas, der den Begriff Filmkritik verwendete, der Artikel Filmkrise und kein Ende. (1117) Peter Handkes Erzählung Der kurze Brief zum langen Abschied wird unter der Regie von Herbert Vesely fünf Jahre nach der Veröffentlichung der Erzählung 1977 als Film umgesetzt. (1118) Die Orte der Quellen von Zeitschriften zur Verfilmung sind Archive und Kataloge. (1119) Die wissenschaftlichen Filme, die in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg entstehen, werden in Verzeichnissen des wissenschaftlichen Films zusammengefaßt. Es gibt Kriterien der Bearbeitung bei der Verfilmung. (1120) Seit der Moderne ist die Kritik selbst ein Medium mit Einfluß der Lehren und Anteil an traditionellen Formen der Gesetze für Kritik. Die Kritik an den Medien im 20. Jahrhundert setzt in der Rechtsprechung ein. Die Frage nach der Kopie von Werken ist mit dem Recht der Medien verbunden, die Texte zu vervielfältigen. Medien sind Gegenstände der Verbreitung von Quellen. Bereist im Jahre 1900 sind verschiedene Medien der Kritik vorhanden. Seit dem Jahre 1950 erweitern sich die Medien für Texte. Hermann Ortloff widmet in der Abhandlung Die gerichtliche Rede ein Kapitel dem Thema Kritik und Widerlegung der Beweisgründe, in der er zwischen gewöhnlicher Kritik und Gegenkritik unterscheidet: "Die gewöhnliche Kritik besteht in der Verneinung oder der Darlegung des Unzutreffenden eine Prämisse, welche im Entymema nicht ausgedrückt worden ist; [...] Eine Gegenkritik läuft auf eine Widerlegung der gegnerischen Kritik, und mittelbar auf die Herstellung der eigenen Argumente deren Schwächen darzutun versucht worden war, hinaus und erreicht, wenn sie gegen eine Pseudokritik geführt ward, gewöhnlich einen um so durchgreifenderen Sieg, d.i. die Stärkung der ursprünglichen Beweisführung." (1121) So schreibt Ludwig Kuhlenbeck im Jahre 1901 über das Urheberrecht in der Antike: "Es verblieb aber bei dem auch heute noch gegen das sog. Plagiat, dessen Begriff keineswegs mit einer Verletzung des Urheberrechts zusammenfällt, möglichen Selbstschutz öffentlicher Kritik; den Schutz vor Gerichte dagegen anzurufen, fand augenscheinlich sich niemand bemüssigt." (1122) Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tode des Urhebers. (1123) Das Copyright ist ein Begriff der Sprache des Rechtes. Im Wörterbuch der deutschen und italienischen Rechtssprache werden die Begriffe periodische Krise (crisi periodica), strukturelle Krise (crisi strutturale), Krisenprogramm (programma di crisi) und Kriterium (criterio) genannt. (1124) Auch für Medien gilt Artikel 10 der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten, der besagt: "Jeder hat Anspruch auf freie Meinungsäußerung. [...] Dieser Artikel schließt nicht aus, daß die Staaten Rundfunk,- Lichtspiel- oder Fernsehunternehmen einem Genehmigungsverfahren unterwerfen." (1125) Kommunikation ist eine Methode im Umgang mit dem Material Information, das der Kritik und dem Kommentar dient. Das Medium Bild wird im 20. Jahrhundert durch Vervielfältigung für neue Medien genutzt. Das Medium Text wird in unterschiedlichen Formen verbreitet. Herrschaft und Medien werden von der Kritischen Medientheorie Mitte der Siebziger Jahre in Konzepten und Kommentaren erörtert, die sich auf die Kritische Theorie von Horkheimer und Adorno beruft. (1126) Wir verwenden für Kommunikation im lateinischen den Begriff actio communicatoria. (1127) An jedes Kapitel (chapter) von Stephen W. Littlejohns Theories of human communication ist der Abschnitt Commentary and Critique angeschlossen. (1128) Irmhild Wragge-Lange beschreibt im Jahre 1996 die Interpretation durch ein Verfahren der Kritik als den Umgang mit Medien: "Einen Text kritisch zu interpretieren, heißt, aufgrund eines Hintergrundwissens Kriterien zu aktivieren, um die Botschaft zu beurteilen und die somit für sich selber nutzbar zu machen." (1129) Im Handwörterbuch der Massenkommunikation wird vom Begriff Kritische Kommunikationsforschung auf den Begriff Kommunikationsforschung verwiesen. (1130) Das Standart-Lexikon für Media-Planung und Mediaforschung kennt die Begriffe Kriterium, Kriteriumsvalidität, Kriteriumsvariable, kritischer Bereich, kritischer Moment, Kritischer Pfad und kritischer Quotient. (1131) Wie eine Organisation von Medien aussehen soll, empfahl Walter Jens im Jahre 1994: "In einem Medienrat sollten Produzenten aller Couleur sitzen, Künstler und Wissenschaftler voran (Politiker nur dann, wenn sie sich, wie einst Carlo Schmidt, als Literaten im weitesten Sinn ausweisen können)." (1132)
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