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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Die Charakteristik.


Gottscheds Epistel An Herrn M. Samuel Seideln, Character der Ode leitet mit einer Anrede und der Bitte um Unterweisung ein:

Werther Seidel, liebster Freund!
Meister in der Kunst zu loben,
Wie bereits aus hundert Proben,
Die halb Deutschland liest, erscheint:
Lehre mich doch, wie man singet,
Daß man Hertzen an sich zieht:
Sprich, wie macht man solch ein Lied,
Das gleich deinen Oden klinget!
(27)

Gotthold Ephraim Lessing schreibt in der Abhandlung Laokoon oder über die Grenzen der Malerei und Poesie über das Charakteristische bei Anakreon: "Er sammelt die schönsten Teile aus verschiedenen Gemälden, an welchen eben die vorzügliche Schönheit dieser Teile das Charakteristische war;" (28) Lessing spricht in der Hamburgischer Dramaturgie im 7. Stück vom Charakter des Trauerspiels: "Der Epilog verweilet bei einer von den Hauptlehren, auf welche ein Theil der Fabel und Charakter, des Trauerspiels mit abzuwecken." (29) Lessing bemerkt in der Hamburgischen Dramaturgie (95. Stück) über die Elektra, deren Charakter der Dichter als ein tugendhaftes, aber mit Stolz und Groll erfülltes Frauenzimmer geschildert.

Im Jahre 1794 wird in der Berlinischen Monatsschrift ein Artikel mit dem Titel Die Hindostaner und die Sinesen mit einander verglichen, in Ansehung ihres physischen und moralischen Charakters veröffentlicht. Seume wendet sich in seinem Reisebericht Spaziergang nach Syrakus in der ersten Vorrede an den Leser:
"Lieber Leser, Voriges Jahr machte ich den Gang, den ich hier erzähle; und ich tue das, weil einige Männer von Beurteilung glaubten, es werde vielleicht vielen nicht unangenehm, und manchen sogar nützlich sein. Vielleicht waren diese Männer der Meinung, ich würde es anders und besser machen: darüber kann ich, in der Sache, nur an meine eigene individuelle Überzeugung appellieren; so gern ich auch eingestehen will, daß sie hier und da Recht haben mögen, was die Form betrifft. Ich hoffe, Du bist mein Freund oder wirst es werden; und ist nicht das eine und wird nicht das andere, so bin ich so eigensinnig zu glauben, daß die Schuld nicht an mir liegt. Vielleicht erfährst Du hier wenig oder nichts neues. Die Vernünftigen wissen das alles längst." (30)

Zurück zum Text  27. Gottsched, Johann Christoph: Ausgewählte Werke. Herausgegeben von Joachim Birke. Erster Band. Gedichte und Gedichtübertragungen. Berlin 1968. S. 436-442. Zitat S. 436.

Zurück zum Text  28. Lessing, Gotthold Ephraim: Laokoon oder über die Grenzen der Malerei und Poesie. Mit einem Nachwort vo Ingrid Kreuzer. Stuttgart 1988. S. 154.

Zurück zum Text  29. Lessing, Gotthold Ephraim: Hamburgische Dramaturie. Erläutert von Friedrich Schröter und Richard Thiele. Halle 1878. S. 40.

Zurück zum Text  30. Seume, Johann Gottfried: Mein Leben nach Syrakus im Jahre 1802. Mein Sommer 1802. Herausgegeben von Jörg Drews unter Mitarbeit von Sabine Kyora. Frankfurt am Main 1993. S. VII.
Oesterle, Günter: "Kunstwerk der Kritik" oder "Vorübung zur Geschichtsschreibung"? Form- und Funktionswandel der Charakteristik in Romantik und Vormärz. 1990. In: Literaturkritik - Anspruch und Wirklichkeit. DFG-Symposion 1989. Hrsg. von Wilfried Barner. Stuttgart u.a. 1990. S. 64-86.

Hohmann, Joachim S.: "Für Knaben: Zornteufel, Duckmäuser, Träumer". Die

Charakteristik. Zur Geschichte und Bedeutung einer Stilform. 1992. In: Deutschunterricht zwischen Bildungsnot und Bildungskrise. Rückblicke auf die Zeit 1945/46 bis 1968. Hrsg. von Joachim S. Hohmann. Frankfurt a. M., Bern u.a. S. 304-347.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 4. Juli 2001
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