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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Das Feuilleton als Ort der Kunst.


Zeitgenössische feuilletonistische Kunstkritik läßt sich nicht ohne einen Blick auf ihre Funktion als Medium im Kunstmarkt betrachten. Obwohl diese Form der Darstellung von Kunst durch ihre Eingliederung in das Feuilleton häufig als ästhetisches literarisches Produkt angesehen wird, ist sie ebenso ein Teil von den weite Bevölkerungskreise ansprechenden Informationsmedien einer pluralistischen Gesellschaft. In Form von gedruckten Nachrichten und in Form von Publikationen im Internet stehen diesen Medien seine Leserschaft, Künstler und Kunstmarkt mit festen Erwartungen nach Information und Bewertung gegenüber. Wesentliches Kennzeichen der Kunstkritik ist ihr Anspruch auf Aktualität. Im Gegensatz zu einem idealisierten Betrachter-Kunstwerk-Verhältnis poetischer Literatur steht der zeitgenössische Kunstkritiker nicht dem isolierten Kunstwerk gegenüber, sondern einer zeitlich begrenzten und inszenierten Kunstform, der Ausstellung. Zeitgenössische Zeitschriften wie die Frankfurter Allgemeinen Zeitung , Berliner Morgenpost, NZZ (Neue Zürcher Zeitung), Berliner Morgenpost oder Süddeutsche Zeitung haben ein Online - Feuilleton.

Zeitungsartikel sind in Form von verschiedenen Textsorten zu finden. Die Bezeichnung Feuilleton für ein zunächst im 18. Jahrhundert den Zeitschriften beigefügtes Blatt umfaßt diese Sorten. Der feuilletonistische Stil ist jedoch nicht identisch mit allen dort vertretenen Sorten. Feuilleton ist eine Bezeichnung für die journalistische bzw. literarische Kunstform, die den unterhaltenden, künstlerischen und wissenschaftlichen Teil der Tagespresse kennzeichnet. Das Feuilleton unterscheidet sich von anderen Formen der Berichterstattung und Unterrichtung durch den metaphorische Stil der Sprache und umfaßt als Gattungen und Textsorten den Roman, Novelle, Essays und Skizzen, als Kritiken die Besprechungen von zeitgenössischem Theater, Literatur, bildende Kunst, Film und Fernsehen und Nachrichten aus den Gebieten der Künste und Wissenschaften. Die Verwendung von Artikeln der Kunstberichterstattung innerhalb des Feuilletons setzt im 19. Jahrhundert ein. Die Bedeutung insbesondere der Malerei als populärste Gattung der zeitgenössischen bildenden Kunst ist das Ergebnis einer mit der Aufklärung einsetzenden neuen Bewertung der Kunst. Die Erkenntnistheorie des deutschen Idealismus mit ihrer Behauptung der Autonomie der Kunstentwicklung und die seit dem 18. Jahrhundert von Diderot eingeführte Genie-Theorie lassen sich als Vorläufer eines heute selbstverständlich erscheinenden autonomen Kunstbegriffs betrachten. Heideggers Erhebung des Kunstwerks zur ontologischen Größe und schließlich Nietzsches übersteigerter Begriff des Künstlers als Übermensch entstammen der gleichen ideengeschichtlichen Entwicklung, auf deren Pfaden der heutige Betrachter gewissermaßen im Lehrverhältnis dem Kunstwerk als einem Objekt der Verunsicherung und Suche nach Erkenntnis gegenübersteht. Gerade hier ist die Frage nach der Funktion des Kunstkritikers zu stellen, der zwischen Kunstwerk und dem an Kunst Interessierten steht und nicht die Aufgabe von Vermittlung reiner Sachinformationen und historischer Erläuterungen hat, sondern in erster Linie ebenfalls Kunstbetrachter mit der Aufgabe bewertender Vermittlung ist. Nach welchen Kriterien und welchen Darstellungsformen Kunst in einem relativ große Bevölkerungskreise ansprechenden Medium wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit einer täglichen Auflagenhöhe von 390 000 Exemplaren rezipiert wird und welche Aufgaben der Kunstkritiker übernimmt, wenn er über die Grenze der reinen Informationsvermittlung an das Genre Malerei herantritt, läßt sich mittels eines Ausschnitt der zeitgenössischen Kunstkritik aufzeigen. (1)

Zurück zum Text  1. Vgl. auch die Untersuchungen: Reuss, Günther: Ressort: Feuilleton. Kulturjournalismus für Massenmedien. Konstanz 1999 und Stegert, Gernot: Feuilleton für alle Strategien im Kulturjournalismus. Tübingen 1998.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 4. Juli 2001
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