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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kürze als Formideal des Gedichts Lediglich im vorletzten Epigramm wendet sich Brusch von dem Verfahren ab, einen Titel mit der Widmung an eine Person einzusetzen. In dem Epigramm Ratio, cur Lutherani nullum potuerint habere Ratisbonae templum, in quo concionati fuissent Euangelium ac ueritatem Christi behandelt der Dichter die Bewegung der Theologie in Deutschland ohne Nennung eines Adressaten. (8) Das Thema der Epigramme von Brusch, die fælix concordia, glückliche Eintracht, ist als Tugend in der Darstellung von Theologen in seiner Sammlung als Beitrag zum Streit im Reformationszeitalter zu sehen. Hier wurde das Epigramm für den Glaubensstreit eingesetzt und so gewissermaßen vom Dichter der Streit als Themas genutzt, der eine Form der Darstellung des Umgangs von Literatur im Epigramm ist. Das Begehren, (cupere), hier als Ausdruck für das Streben nach religiösen Idealen genutzt, wandelt sich nach der Neuzeit im Epigramm zu einem Ausdruck des Strebens nach Wissen nach dem Ideal der Kritik der Aufklärung, das in Epigrammen des Barockzeitalters zum Motiv für die Affekte gestaltet ist. Nicht nur in diesen beiden Epochen wird es in Sentenzen zur Beschreibung des Verhalten von Zeitgenossen eingesetzt, das die satirische Darstellung des Epigrammatikers als Motiv für Verfehlungen aufzeigt. Der Katalog der Tugenden, die sich in den Epigrammen erhalten haben, greift die überlieferten Tugenden der Beredsamkeit, - so das Lob der brevitas - auf. Ihre Autoren stellen aber auch als Antithetik zu diesen Tugenden die Verstöße (vitia) in ihren Portraits dar. Der Niederländer Hugo Grotius nutzt das Epigramm gleichermaßen für die Widmung an den Autor und zur Würdigung seiner Werke. In der Abhandlung Aristarchus, sive de arte grammatica libri septem von Gerhard Johannes Voss wird in dem Epigramm Hugonis Grotii in viri eximii Gerhardi Vossii de arte grammatica libros epigramma von Grotius auf die Waffen (arma) des Cicero und auf den des Ranges und reinen Sprechens nach größten Urheber (Ordinis & pure dicendi maximus auctor) hingewiesen: Grammatice verbis quae nata est ponere leges. Hieronymus de Bosch teilt in seiner Sammlung Observationes et notae in anthologiam Graecam, quibus accedunt Cl. Salmasii notae ineditae, die in Utrecht im Jahre 1810 publiziert wurde, dem Professor für antike Schriften, Rhetorik und Dichtung David Jacob van Lennep in Amsterdam folgendes Ereignis mit: „Nunquam enim mea memoria excidet illa dies, qua ingeniosissimum et eloquentissimum virum Petrum Burmannum Secundum, ad Grotii imaginem conversum, hos versus recitantem audivi."[Niemals nämlich entwischt meiner Erinnerung jener Tag, an dem ich den höchstbegabten und höstberedten Mann Peter Burmann, zum Bild des Grotius gewandt, diese Verse rezitieren hörte.] Nun folgt das Epigramm Burmanns über Grotius: Grotius, a Musus primas formatus ad artes, Epigramme über den Wert von Büchern sind im Barockzeitalter beliebt. Der Vergleich von Wissen mit den Bienen ist in einem Epigramm Friedrich von Logaus mit dem Reimschema aa bb cc genutzt worden: Bücher-lesen. Vgl. die Stellen I. VI. 27, I. VI. 26, I. VI. S. 26, I.VI. 26,I.VI.25,I.VI.26,I.VI.25, 26, I.VI. 26. |
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