fachpublikation.de

Hauptseite fachpublikation.de

Verzeichnis aller Publikationen

Verzeichnis aller Autoren

Schlagwortverzeichnis

Dokumente kostenlos publizieren
 

Impressum fachpublikation.de

 

 

Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Aus dem Land der Dichter und Denker.


Christian Gottlob Heyne ist in erster Linie als Wissenschaftler der Aufklärung bekannt. Heyne verfaßte jedoch auch Gedichte in deutscher und lateinischer Sprache. Ein Teil der Gedichte, die nach seinem Tode publiziert wurden, ist hier veröffentlicht. Es handelt sich um verschieden Typen von Gedichten. Ein Teil der Gedichte, die in direkter Anrede sich an zeitgenössiche Adressaten wenden, fällt hier unter die Gattung Ode. In dem musiktheoretischen Werk De centum metris heißt es, daß die Thalia die Muse ist, die gelehrte Gedichte singt: Carmina docta Thalia canit. (1)Propertius spricht im Buch II.34 vom gelehrten Gedicht, dem carmen docta. (2)

Der Typus des gelehrten Dichters, des poeta docta, findet sich bereits in der Literatur des 18. Jahrhunderts mehrfach in Europa verkörpert. Der in Zürich und Göttinger tätige Albrecht von Haller zählte zu den Zeitgenossen Heynes, die als Universalgelehrte auch Gedichte schrieben. Gelehrte Frauen sind als Dichter sind im 18. Jahrhundert tätig. So korrespondierte zum Beispiel Mariana Ziegler mit der vom Dichter Johann Christian Günther gelobten Frau Breßler aus Breslau und Anna Helena Volckmann. In Deutschland war auch Heynes Kollege Abraham Kästner in Göttingen für seine Epigramme berühmt. Friedrich Nietzsche verfaßt zwei Abhandlungen Von den Gelehrten und Von den Dichtern in Ecce homo. Ernst Bloch gehört zu den Gelehrten im 20. Jahrhundert, die anstelle von gelehrter Wissenschaftssprache die Sprache des Dichters nutzen.

Gedicht von Heyne an Laurens van Santen

Von dem Niederländer Laurentius van Santen (1746-1798) wurden Carmina iuvenilia in Paris im Jahre 1775 veröffentlicht. Der Altphilologe schreibt hier mit der Ansprache an Laurentius Santenus mit dem Vergleich von Blumen in den Anreden Melepomene, Hyacinthe und Rosa über seine Gedichte:

Quoi tu, Melpomene, volens fragrantes
Novis carminibus paras corollas,
Laetas omnigenis odoris auris,
Quas fundunt thyma, centicepsque florum
Narcissi coma, ramulique myrti,
Nymphis ludicra, cum croco rubenti:
Quas halat Paphiae Deae sodalis,
Rosae flos, et amaracus, querelis
Cum tuis, Hyacinthe, luctuosis?
Santeni, Tibi: nam Tuis in orias
Cultas deliciis benignioris
Caeli nectareis Venus recentes
Permulsit manibus, suique odoris
Adflavit roseis labris honores.
Quo tellus, liquidaeque tractus orae
Laetis exsiluit tremens cachinnis.
Quos flores prope forte si videbis
Languenti capite hos, odoris illos
Ignaros, alios mala tumentes
Herbae luxurie; hos iniquioris,
Quod nec Iupiter explicat benigno
Risu, nec Zephyri fovent salubres,
Natos exigua levique cura.
Quippe ubi neqque honos suus, decusue
Cultorem manet, atque araneorum
Tela instat meritis, placensque Virtus
Pannum frigore concutit rigentem.
Quare aequi, precor, hos meae bonique,
Sateni bone, consultas corollae.
(3)

Zurück zum Text  1. www.geocities.com/Athens/Forum/6946/literature/serv_cent.html

Zurück zum Text  2. harvest.rutgers.edu/latintexts/propertius/2book34.html

Zurück zum Text  3. Publiziert in: Mitscherlich, Christoph Wilhelm: Eclogae recetiorum carminum latinorum. Hannover 1793. o. S.

 

Eingangsseite  Seite vor


Home | WorldWideBooks | imMEDIAtely


Stand der letzten Aktualisierung: 27. November 2001
Bei Fragen und Anregungen zu dieser Website wenden Sie sich bitte an: webmaster@fachpublikation.de