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Lars Klinnert: Gentechnik - Ein Eingriff in die Schöpfung?


5 Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen

Angesichts solcher Zahlen erscheint der ökonomische wie ökologische Nutzen des gentechnischen veränderten Mais offensichtlich. Gerade in den USA scheint man primär die Vorteile der Gentechnik zu sehen. In Deutschland hingegen überwiegt Unsicherheit, Zurückhaltung, zum Teil auch Angst gegenüber gentechnisch veränderten Nutzpflanzen und Lebensmitteln. Welche Risiken befürchtet man? Man kann drei Felder unterscheiden, die natürlich miteinander verknüpft sind: ökologische, gesundheitliche und soziale Risiken.

5.1 Ökologische Risiken

Hauptstreitpunkt sind die Folgen einer Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen und ihrer rekombinanten Gene in der Umwelt. So kann das veränderte Erbgut sich durch Pollenflug und Bestäubung in gentechnisch unveränderte Exemplare der gleichen Art und in verwandte Arten (das heißt Wildpopulationen) auskreuzen, über das Verschleppen seiner Früchte durch Tiere auswildern oder von Bodenbakterien aufgenommen und an andere (auch nicht verwandte) Pflanzen weitergegeben werden.

Eine Übertragung einer gentechnisch eingefügten Herbizidtoleranz könnte zur Folge haben, dass sich bisher leicht bekämpfbare Unkräuter ausbreiten könnten. So hat man festgestellt, dass mit einer Herbizidtoleranz veränderter Raps verwandte Wildarten befruchten kann, die dann auf dem Acker schwerer zu bekämpfen sind.

Eine weitere Befürchtung ist, dass bei der Einfügung von Schädlingsresistenzen wie beim BT-Mais eine Anpassung der Schädlinge begünstigt, weil die Pflanzen das Gift ja kontinuierlich produzieren. Außerdem könnten neben den Schädlingen auch Nutzinsekten in Mitleidenschaft gezogen werden, die sich von ihnen ernähren. Die Ausrottung der einen Schädlingssorte könnte daneben ungewollt einer anderen einen Reproduktionsvorteil bieten.

Schließlich besteht die Gefahr, dass die gentechnisch veränderten Pflanzen herkömmliche Sorten und Arten verdrängen und damit zu einer Verringerung der genetischen Vielfalt beitragen. Die Gentechnologie würde damit zumindest in Ansätzen ihre eigene Grundlage gefährden.

Häufig wird angeführt, dass bei den bislang mehr als 5.000 Freisetzungen gentechnisch veränderter Pflanzen bis heute keine negativen ökologischen Auswirkungen festgestellt wurden. Damit wird der Eindruck erweckt, als habe bei allen Freisetzungen eine begleitende Sicherheitsforschung stattgefunden. Dies ist jedoch nur in wenigen Prozent der Fälle so gewesen. Die ökologischen Auswirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen sind also bislang in vielen Fällen gar nicht umfassend untersucht worden.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 10. April 2002
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