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Lars Klinnert: Gentechnik - Ein Eingriff in die Schöpfung?


5.2 Gesundheitliche Risiken

Bei den Fragen nach gesundheitlichen Auswirkungen ist erstens ist die Entstehung von Allergien ein wichtiger Punkt. Bestimmte Proteinanteile sind Hauptverursacher von Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Proteine gentechnisch veränderter Organismen sind ebenso wie Proteine nicht-veränderter Organismen potentielle Allergene. Die besondere Gefahr besteht nun darin, dass durch gentechnische Methoden Gene zwischen verschiedenen Arten übertragen werden, das heißt, Menschen, die gegen ein bestimmtes Lebensmittel allergisch sind, könnten plötzlich auf ganz andere Lebensmittel allergisch reagieren: So wurde 1996 eher durch Zufall festgestellt, dass eine Sojabohne, der ein Paranussgen eingebaut worden war, bei Nussallergikern zu Reaktionen führte. Andererseits muss man umgekehrt auch zur Kenntnis nehmen, dass mit Hilfe der Gentechnik zukünftig Allergene in Nahrungsmitteln reduziert werden könnten.

Zweitens wird die Aufnahme gentechnisch veränderter DNA gefürchtet. Täglich nimmt der Mensch etwa ein Gramm DNA auf, sowohl die DNA von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen als auch freie DNA im Wasser und in der Luft. Die aufgenommene DNA wird allerdings im Darm vollständig abgebaut, egal ob sie gentechnisch verändert ist oder nicht. Plakativ gesagt: Niemand, der einen Apfel isst, muss befürchten, dass die Eigenschaften eines Apfelbaums auf ihn übergehen. Dass gentechnisch veränderte Nahrungsmittel Einfluss auf das Erbgut des Menschen haben, ist daher eher unwahrscheinlich.

Eine andere Frage ist, ob im menschlichen Körper enthaltene Mikroorganismen veränderte DNA aufnehmen könnten. Antibiotikaresistenzgene werden häufig als Marker für die erfolgreiche Einschleusung genetischen Materials verwendet. Umstritten ist, ob die menschlichen Darmbakterien solche Resistenzgene aufnehmen könnten. Nach dem bisherigen Erkenntnisstand ist dies nicht der Fall. Hinzu kommt, dass der Mensch ja zum Beispiel durch das Essen von Salat, ohnehin ständig Bodenbakterien zu sich nimmt, die diverse Antibiotikaresistenzen natürlicherweise besitzen.

An den genannten Punkten bestehen also nach dem derzeitigen Erkenntnisstand keinen besonderen Risiken für die Verbraucher. Man muss allerdings befürchten, dass es möglicherweise Effekte der Gentechnik geben kann, die noch gar nicht absehbar sind. 1998 baute zum Beispiel ein englischer Wissenschaftler Gene aus Schneeglöckchen als Abwehrstoff gegen Insekten in Kartoffeln ein. Er stellte fest, dass bei Ratten, die diese Kartoffeln fraßen, das Gewicht einiger innerer Organe um zehn Prozent stieg und es außerdem zu Entzündungen im Magen-Darm-Trakt kam. Der Grund für diese Veränderungen ist bis heute nicht geklärt. Eine mögliche Erklärung wäre, dass der Einbau des einen Gens unbekannte Wechselwirkungen mit anderen Genen mit sich gebracht hat. Es wäre daher zu wünschen, dass alle gentechnisch veränderten Lebensmittel zunächst auf ihre möglichen allergenen und toxischen Wirkungen geprüft werden.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 10. April 2002
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