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Dr. Rainer Hering: Archive in Hamburg.


Welche Archive gibt es in Hamburg? An erster Stelle ist - schon aufgrund des Umfanges seiner Bestände - das Staatsarchiv zu nennen. Ein städtisches Archiv als Institution ist in Hamburg urkundlich seit 1293 belegt, wenngleich es zur Aufbewahrung für juristisch bedeutsame Urkunden schon früher bestand. Im Jahre 1710 wurde ein Senatsmitglied hauptamtlich mit der Leitung des Archivs beauftragt. Seine unmittelbare Stellung zum Senat blieb auch nach Verwaltungsreformen erhalten, heute ist das Staatsarchiv als Senatsamt dem Ersten Bürgermeister unterstellt. Bis ins 19. Jahrhundert hatte das Archiv nahezu ausschließlich praktisch-rechtliche Zwecke, insbesondere die Sicherung juristisch wichtiger Dokumente. Erst dann setzte eine historisch-wissenschaftliche Auswertung des Archivgutes ein, die heute stark im Vordergrund steht.

Räumlich war das Archiv lange Zeit im jeweiligen Rathaus untergebracht, im heutigen Rathaus wurden erstmals eigens konzipierte Räume errichtet. Doch das rasche Wachstum der Bestände führte dazu, daß adäquate Lagerungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichten. Im Herbst 1972 konnte ein ausschließlich dem Staatsarchiv gewidmetes Gebäude in der ABC-Straße bezogen werden. Nach genau fünfundzwanzig Jahren mußte dieser Bau aufgegeben werden, weil der Platz in den dortigen Magazinen nicht mehr ausreichte und verschiedene bauliche Maßnahmen - u.a. eine Asbestsanierung sowie die Erneuerung der Klimaanlage - notwendig geworden waren. Kostengünstig wurde im Tausch des Grundstücks ABC-Straße ein Archivneubau an der Kattunbleiche in Wandsbek errichtet, der im Herbst 1997 bezogen wurde. Neben einem Verwaltungsgebäude mit Lesesaal, Vortrags- und Seminarraum steht ein Magazinbau, der passiv ohne technische Hilfsmittel klimatisiert wird.

In diesem Neubau befinden sich zur Zeit etwa 25.000 laufende Regalmeter Archivgut, die nach ihrer Herkunft in über 2.000 Bestände gegliedert sind. Eingeteilt sind sie in sieben Sachgruppen:

1. Regierung, Volksvertretung, Allgemeine und innere Staatsverwaltung

2. Rechtspflege

3. Fachverwaltung

4. Gebietsverwaltung

5. Religionsgemeinschaften

6. Vereinigungen und Personen

7. Sonderbestände



Hinzu kommen ca. 7.000 Urkunden aus den Jahren 1140 bis 1945, ungefähr 40.000 Originalsiegel und Siegelabdrücke sowie etwa 150.000 Bände in der Dienstbibliothek, die im Lesesaal eingesehen werden können. Darunter fallen z.B. 80 verschiedene Hamburger Zeitungsserien seit 1639 und die 1622 beginnende Überlieferung von Amtsdrucksachen der Hansestadt. In der Plankammer befinden sich außerdem etwa drei Millionen Karten, Bilder, Pläne, Fotos und Negative. Erschlossen werden sie durch Ablieferungs-, Bestandsverzeichnisse und Karteien. Gravierende Überlieferungslücken entstanden durch den Stadtbrand von 1842, der große Teile der älteren Überlieferung vernichtete. Der Zweite Weltkrieg und die Sturmflut von 1962 dagegen verschonten das Archiv weitgehend, wenngleich es in den Registraturen der Behörden und Dienststellen zu Verlusten kam.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 7. Juni 2002
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