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Horst-Peter Zeinert: Bewertung im Kunstunterricht


3 Aspekte der Bewertungsthematik in der pädagogischen Literatur

Obwohl beide Autoren nicht explizit an Literatur auf diesem Gebiet anknüpfen, ergeben sich doch Parallelen und Berührungen, die einerseits im Methodologischen zu sehen sind, andererseits die Selbstbeurteilung der Schüler betreffen.

In erster Linie sind hier Mittel der Statistik und die testtheoretischen Grundlagen zu nennen (G. A. LIENERT, 1. Aufl. 1961, 3. Aufl. 1969), die v. a. in Publikationen seit den 60er Jahren eine Rolle spielen. (116) Mit diesem Instrumentarium ist es besser als auf herkömmliche Weise möglich, differenzierte Einblicke in Bewertungsvorgänge, Aufgabenkonstruktionen, Einzel- und Gruppeneinschätzungen, Fehlerquellen u. ä. zu erhalten (M. HOFER 1969; J. SIEVERING n. 1970; P. GAUDE / W.-P. TESCHNER 1970; K. INGENKAMP, Hg. 1971; H. FRANK et al. 1973; K. HELLER, Hg. 1974; J. KLIETSCH et al. 1974; H. SCHRÖDER, 1974; W. KLEBER et al. 1976; L. TENT et al. 1976; P. BIRKEL, 1978; G. SCHRÖTER, 3. Aufl. 1981; H.-J. PFISTNER, 1981; K. INGENKAMP, 1981).

Wir dürfen aber nicht verkennen, daß diese Literatur oft weniger praktischen Bedürfnissen der Schule als vielmehr theoretischen Interessen der Schulpädagogik bzw. den speziellen bezugswissenschaftlichen Fragestellungen der Erziehungswissenschaft dient. Der dahinter stehende gesellschaftliche Auftrag, schulische Bewertungsentscheidungen objektiver und nachvollziehbarer zu machen, kann mit wissenschaftlichen Mitteln nicht eingelöst werden. Ihrem Selbstverständnis als Handlungswissenschaft folgend untersucht wissenschaftliche Pädagogik zwar schulrelevante Fragen der pädagogischen Praxis, darf aber hierbei ihre auf wissenschaftliche Zwecke gerichtete Methodologie nicht schulpraktischen Handlungszwängen unterwerfen.

Systeme und Verfahren zur Kontrolle und Steuerung des menschlichen Leistungsverhaltens müssen allgemeinen Methoden der Wissenschaft und. meßtheoretischen Ansprüchen genügen. Allein die Sichtung der obengemnten Literatur läßt zweifelsfrei erkennen, daß die Komplexität der zu bewältigenden Aufgabe hierfür die Entwicklung komplexer Verfahrensweisen zur Leistungsmessung sowie eine spezielle Wissenschaftssprache erfordert, die nicht mehr voraussetzungslos jedem zugänglich ist.

Damit wird der demokratisch verfaßte Objektivierungsanspruch für schulische Bewertungsentscheidungen (Schulverfassungsgesetz/Berlin) gesellschaftlich fragwürdig. Einerseits ist das Instrumentarium der Wissenschaft aufwendig und vielen praktizierenden Pädagogen nicht vertaut, zu kompliziert oder suspekt, andererseits sind Schüler und Eltern, aber auch Politiker und Juristen nur mit Hilfe von Spezialisten in der Lage, Evaluationsprozesse unter derartigen Voraussetzungen zu durchschauen bzw. zu interpretieren. Es wird also dabei bleiben, daß Wissenschaftler sich auf vorgegebene Bewertungspraxis beziehen und Schulpraktiker sich auf wissenschaftliche Untersuchungen zu schulpraktischen Bewertungsvorgängen, d. h. auf Erhebungen, Gegenüberstellungen, Korrelationen u. ä. berufen, die ihre Praxis rechtfertigen.

Mit dem Aufgriff der nachfolgenden Aspekte zur Bewertungsthematik soll abschließend der Stellenwert der vorliegenden Publikation in der allgemeindidaktischen Literatur auf diesem Gebiet ansatzweise verdeutlicht werden.

Zurück zum Text  116. Vgl. bei den folgenden Literaturangaben die Auswahlbibliographie im ANHANG, Kap. II des TEILS E.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 12. März 2004
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