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Dr. Andreas Hoffmann: "freye Ausbrüche der musikalischen Dichterwut" Empfindsamkeit in der Musik


7.4 Blasinstrumente

Die Suche nach dem Ausdruck des Dunkeln führt zur Beliebtheit aller Alt-, Tenor- und Bassversionen verschiedener Blasinstrumentengruppen.

Die Flöte wird oft als d´amore Instrument verwendet, offensichtlich auch in Orchestern, was die verhältnismässig grosse Anzahl von paarweise erhaltenen d´amore-Flöten in Musikinstrumentensammlungen beweist. (210) Auch die Bassflöte kommt in der Kammermusik zum Einsatz, wie beispielsweise im Trio F-Dur Wq 163 für Viola, Bassflöte und Bcvon C.Ph.E. Bach.

Bei der Oboenfamilie wird noch einen Schritt weiter gegangen und das Englischhorn zum „Ausdruck der Schwermuth und tiefen Melancholie" (211) benutzt. Und an den Suizidgedanken der Zeit anknüpfend: „Bey einem solchen Horn, von der Harmonika [gemeint ist die Glasharmonika] begleitet, lässt sich"s bequem erschiessen." (212)

Die Klarinette ist eine Erfindung der Empfindsamkeit, setzt sich im Orchester, von Mannheim ausgehend, in ganz Deutschland durch. Auch C.Ph.E. Bach hat in Hamburg für Klarinette komponiert.

„Der Charakter desselben [Klarinette] ist: in Liebe zerflossenes Gefühl, - so ganz der Ton des empfindsamen Herzens. [...] Der Ton ist so süss, so hinschmachtend" (213)

Mit dem wohl aus Böhmen stammenden Basetthorn und der Wiener Erfindung der Bassklarinette wird das ohnehin nach unten grosse Spektrum der Klarinette noch vertieft. Die Suche nach dem Dunklen findet in der Vorliebe für die Kombination Klarinetten/Fagotte bzw. Bassetthörner/Fagotte ihren Ausdruck, man denke nur an Glucks Unterwelt-Szene in dessen Orpheus, an die Einleitung des Mozart Requiem oder an die „O Isis und Osiris" Arie des Sarastro (II/10) in der Zauberflöte, wo sich zum Klang dieser Instrumente noch Bratschen und Posaunen gesellen. Gerade diese Arie beweist Schubarts Meinung über die Posaune, dass

„wenn nicht in Wien Rath geschafft wird; so müssen wir fürchten, solches allmählig ganz zu verlieren. [Fussnote:] Auch hier hat Mozart Rath geschafft, und man findet seit ihm in den meisten Opern Posaunen angebracht." (214)

Zurück zum Text  210. eine Untersuchung zu diesem Thema steht noch aus, diese Tatsache habe ich aber immer wieder beobachtet.

Zurück zum Text  211. Schubart: Ideen, S. 321

Zurück zum Text  212. ibid

Zurück zum Text  213. ibid, S. 320

Zurück zum Text  214. ibid, S. 316

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 27. September 2004
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