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Dr. Andreas Hoffmann: "freye Ausbrüche der musikalischen Dichterwut" Empfindsamkeit in der Musik


12.6.4 Zur Geschichte

Wie fast alle in Mozarts letztem Lebenjahr entstandenen Werke, ranken sich auch um die Entstehung der Zauberflöte mehr Legenden,als es die Geschichte zu verkraften vermag. Ohne Zeitdruck, geschweige den sonst üblichen Theaterintrigen entsteht die Zauberflöte, nachdem ab dem Juni 1791 die endgültige Lösung desTextbuchs vorlag. Auch scheint die finanzielle Forderung Mozarts, die sicher das übliche nicht überschritt, zu keinen Streitereien geführt zu haben. Obgleich Mozart seiner sich in Baden auf Kur befindlichen Frau, wenn er sie nicht gar immer wieder besucht, täglich schreibt, ist recht selten von der Entstehung der Zauberflöte in dieser Korrespondenz die Rede. Auch die Tatsache,dass die Konkurrenzbühne des Leopoldstädter Theaters am 8. Juni die Premiere des Singspiels "Kaspar, der Fagottist, oder Die Zauberzither" von Wenzel Müller (Text: Joachim Perinet) feierte, scheint bei Mozart und Schikaneder keine Nervosität hervorgerufen zu haben. Zur Lokalität von Schikaneders Gartenhäuschens, in welchem Mozart angeblich seine "Teutsche Oper in 2 Aufzügen", wie er die Zauberflöte in sein Werkverzeichnis eintrug, komponierte und welches zu einem Anziehungspunkt für Salzburger Touristen wurde, sei nur gesagt, dass Schikaneder 1791 noch keinen eigenen Garten eignete! Hingegen geht aus Mozarts Brief vom 6. Juni 1791hervor, dass er hin und wieder im Gartenhäuschen des Hornisten Joseph Leutgeb zu Gast war.

Mozarts Zauberflöte entspricht inhaltlich den Erwartungen des Wiener Vorstadttheater Publikums, den der "kleinen Leute". Somit wendet sich Mozart erstmals an ein anderes, ausschliesslich bürgerliches Publikum, für welches eben das von Emanuel Schikaneder geleitete Theater auf der Wieden bestimmt war und er als Verfasser des Librettos wusste, was sein Publikum erwartete. Dennoch darf man nicht vergessen, dass Mozart politische Vorgänge aufmerksam verfolgte und einen wachen Instinkt für gesellschaftliche Veränderungen hatte. Die Frage, ob Mozart diese ihm erstmals gebotene Möglichkeit, mit dem Bürgertum in Form einer Oper zu kommunizieren, bewusst pädagogisch-politisch ausnutzte, beantwortet sich von selbst, wenn man einige, bei oberflächlichem Betrachten allzu oft übersehene Gesichtspunkte des Bühnengeschehens genauer bewertet:

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 27. September 2004
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