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Dr. Andreas Hoffmann: "freye Ausbrüche der musikalischen Dichterwut" Empfindsamkeit in der Musik


12.6.7 Die drei Damen/Drei Knaben

sind eine weitere Verbindung der beiden Welten, der Sarastros und jener der Königin. Interessanterweise sind die jeweils drei "Botschafter" einer jeden Welt im Gunde "assexuale" Wesen, zumindest im Sinne ihrer noch nicht zum Ausbruch gelangten Reife. Zwar bewundert eine jede der drei Damen, aus dem Libretto geht hervor, dass es sich um Jungfrauen handelt, den gefundenen Tamino, aber dies ist nicht mehr als epfindsame Schwärmereing, gefüllt von Naivität und Unschuld. Ihre Beziehung zur Königin beschränkt sich lediglich auf die eines Nachrichtenträgers, d.h. sie bringen Ihr die Nachricht, Tamino gefunden zu haben, aber die Ausführung dieses Vorhabens wird in der Oper nicht dargestellt, vielmehr scheint es sich hier um einen Vorwand zu handeln, verbunden mit dem Wunsch einer jeden, bei dem von ihr bewunderten Tamino zu bleiben. Darüberhinaus sind sie Empfänger und Weitergeber der von Papageno gefangenen Vögel, wobei sie diesem hierfür wiederum Gaben überbringen. In letzterem Falle erinnert sowohl die Anzahl der Damen, wie auch der von einer jeden übergebenen Geschenke an die biblischen drei Könige. Ähnlich wie die Damen sind auch die drei Knaben Botschafter, allerdings der anderen Seite, der Sarastros. Sie weisen Tamino den Weg zu Pamina, sie führen letztendlich die beiden Paare Tamino/Pamina, Papageno/Papagena zusammen. Somit führen sie das zu Ende, was die drei Damen einläuteten. Auffallend ist für mich hierbei, dass die drei Damen auf der Bühne nie mit den drei Knaben zusammentreffen, dass ihr stimmliches Material sowie die musikalische Arbeit ihrer Terzette sehr übereinstimmend sind. Zudem darf nicht vergessen werden, dass die drei Knaben auf der Ankündigung der Erstaufführung überhaupt nicht erwähnt werden. All dies hat mich dazu bewegt, die Rolle der drei Damen mit den Sängerinnen der drei Knaben zu besetzen. Somit erscheinen die drei Damen/drei Knaben als überweltliche "gute Geister", welche die beiden verfeindeten Welten wieder so vereint sehen möchten, wie sie früher waren, was aus dem Monolog der Königin der Nacht hervorgeht. Diese Naivität der heilen Welt entspringt einer durchaus kindlichen, d.h. knabenhaften, jungfräulichen Denkart, was die drei Figuren personifizieren.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 27. September 2004
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