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Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


1 Einleitung

Die Produktion von Garnelen, namentlich von Penaeus (P.) monodon, hat sich im Laufe der letzten 15 Jahre zu einem der zehn wichtigsten Wirtschaftssektoren Thailands entwickelt. Bedingt durch eine steigende Intensität der Haltungsformen etablieren sich zahlreiche Krankheiten. Neben einigen Pilz-, Protozoen- und Virusinfektionen verringern vor allem bakterielle Infektionen die Produktivität der Garnelenaquakultur.

Die bedeutendste bakterielle Erkrankung von Garnelen ist die Vibriose. Sie wird durch Erreger der Gattung Vibrio hervorgerufen. Die Vibriose kann bereits während den frühen Larven- und Postlarven-(PL-)Stadien in den Brütereien und bis zu einem Alter von drei Monaten der Garnelen in den Ausmastteichen gravierende Verluste verursachen.

Eine Behandlung der Vibriose ist derzeit lediglich mit Hilfe verschiedener Chemotherapeutika möglich. Im Laufe einer Mastperiode werden mit dem Futter üblicherweise 100 bis 150 mg meist humanwirksame Antibiotika und Sulfonamide pro kg Garnelen verabreicht (256). Hochgerechnet auf einen 1 ha großen Teich mit einem durchschnittlichen Ernteertrag von 3 bis 5 t entspricht dies einer Menge von 300 bis 750 g. Aber auch 2.500 bis 3.500 g und mehr sind keine Seltenheit (121, 169). Obwohl von behördlicher Seite gefordert wird, rechtzeitig vor der Ernte der Garnelen zur Verhinderung von Rückständen die Verabreichung der Chemotherapeutika einzustellen, ist ein Mißbrauch in der Praxis häufig gegeben.

Ein Impfstoff gegen die Vibriose könnte nicht nur die Produktionskosten senken, sondern auch den Einsatz gesundheits- und umweltgefährdender Chemotherapeutika in der Garnelenproduktion deutlich reduzieren.

Über die Mechanismen der Infektionsabwehr von Krustazeen, denen die Garnelen zugeordnet werden, ist noch wenig bekannt. Gleichwohl wird seit einigen Jahren mit Impfstoffen gegen die Vibriose experimentiert. In Japan und Italien gelang es unter Laborbedingungen, P. japonicus und P. monodon vor Vibrioneninfektionen zu schützen. In Thailand durchgeführte, vergleichbare Labor- und Feldversuche eines kommerziellen Unternehmens mit P. monodon waren ebenfalls erfolgversprechend. Auf der Basis dieser Versuchsergebnisse hat das Unternehmen einen ersten handelsfertigen Vibrioseimpfstoff für Garnelen entwickelt und der Praxis zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Insgesamt

bleiben jedoch bei dem derzeitigen Stand von Forschung und Umfang der Labor- und Feldversuche viele Fragen offen.

Die bisher an Garnelen verabreichten Vibrioseimpfstoffe bestanden zum größten Teil aus von mit Formalin inaktivierten Bakterien und deren Toxinen, vermengt mit sonstigen Stoff-wechselprodukten der Bakterien und Rückständen des Anzuchtmediums. Im Unterschied dazu hat das Institut für angewandte Biotechnologie e.V. (IBT) an der Georg-August-Universität Göttingen ein Verfahren zur Produktion eines hochkonzentrierten und gereinigten Impfstoffes entwickelt. Er setzt sich allein aus der antigenetisch relevanten Fraktion der mit Formalin inaktivierten Bakterien und ihrer Toxine zusammen. Dieser Impfstoff verspricht einen sehr viel besseren Vibrioseschutz, da er das Abwehrsystem der Garnelen nicht mit zusätzlichen und eventuell schädlichen Komponenten belastet (256).

Die vorliegende Arbeit wurde von der Firma B. B. Holding Co., Ltd., Bangkok/Thailand, angeregt. Ihr Ziel ist, neben einer Sichtung des gegenwärtigen Kenntnisstandes über die Infektionsabwehr von Krustazeen, die Entwicklung eines Vibrioseimpfstoffes für Garnelen der Spezies P. monodon auf der Basis des vom IBT entwickelten Verfahrens und seine Erprobung unter Labor- und Feldbedingungen Thailands. Die Versuche sollen zur Klärung verschiedener Fragen beitragen und insbesondere die Wirksamkeit des Impfstoffes unter den auf Garnelenfarmen herrschenden Praxisbedingungen prüfen.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
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