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Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


2.3.1.3 Identifizierung

Die Gattung Vibrio enthält gramnegative, bewegliche, gerade oder gekrümmte, 0,5 bis 0,8 m breite und 1,4 bis 2,6 m lange Stäbchenbakterien. Diese sind polar monotrich, seltener oligotrich begeißelt. Auf festem Medium bilden viele Spezies zusätzlich etwas kürzere, laterale Geißeln aus. Bakterien der Gattung Vibrio bilden weder Endosporen noch Mikrozysten. Sie sind heterotroph, katalase- und gewöhnlich auch oxidasepositiv, fakultativ anaerob und nicht denitrifizierend. Alle nutzen D-Glukose als wichtigste Kohlenstoff- und Energiequelle und die meisten Ammoniumsalze als einzige Stickstoffquelle. Einige wenige Spezies stellen etwas höhere Anforderungen an organische Wachstumsfaktoren. Die Fermentation von D-Glukose resultiert in sauren Endprodukten und findet meist ohne Gasbildung statt. Neben D-Glukose werden D-Fruktose, Maltose und Glycerol verwertet. Vibrio spp. benötigen Natriumionen für ein optimales Wachstum, einige sind halophil. Alle wachsen bei 20 C, fast alle auch noch bei 30 C. Ihre Empfindlichkeit ge-

genüber dem Vibriostatikum 0/129 (2,4-Diamino-6,7-Diisopropylpteridin) variiert (24, 25, 32, 119, 187, 226, 318).

Anhand verschiedener Testserien lassen sich die Spezies der Gattung Vibrio aufgrund ihrer morphologischen Merkmale und biochemischen Leistungen untereinander und von verwandten Gattungen abgrenzen (5, 6, 25, 32, 93, 184, 213, 215).

2.3.1.4 Pathogenität und Virulenz

Beim Menschen und den betroffenen Tierarten wirken verschiedene Vibrio spp. pathogen. Die Vibriose von Garnelen in den Ausmastteichen wird in erster Linie durch die Spezies Vibrio (V.) alginolyticus, V. anguillarum, V. parahaemolyticus und V. vulnificus verursacht. Zwei lumeniszierende Spezies, V. harveyi und V. splendidus, rufen vor allem in den Brütereien schwere Formen der Vibriose hervor. Neuerdings wird V. harveyi auch als Erreger einer sich rasch ausbreitenden Seuche auf den Farmen im Süden Thailands angesehen (255). Daneben gibt es weitere Vibrio spp., die gelegentlich an Vibrioneninfektionen der Garnelen beteiligt sind wie V. damsela, V. fluvialis und V. hollisae. Das Vorherrschen der einen oder anderen Spezies hängt unter anderem von der Jahreszeit ab (16, 22, 28, 65, 99, 107, 121, 156, 157, 158, 159, 160, 161, 163, 169, 249, 273, 308, 316).

Vibrio spp. besitzen eine Reihe von Virulenzfaktoren. Verbreitete Körperantigene sind die Lipopolysaccharide (LPS) der Zellwand. Dabei handelt es sich um ein heterogenes Molekülgemisch mit Wirkung unter anderem als Endotoxin. Zu den Exotoxinen zählen verschiedene Enzyme. Möglicherweise wirken bei Garnelen, ähnlich wie bei Fischen, außerdem bestimmte Proteine, Plasmide, die sich zwischen den Vibrio spp. nicht stark unterscheiden (Kapitel 2.5.2 Immunprophylaxe der Vibriose bei Fischen), und Hämolysine pathogen. Die Erreger der Vibriose unterscheiden sich in ihrer Pathogenität und Virulenz sowohl zwischen den Spezies als auch innerhalb einer Spezies zum Teil erheblich (8, 32, 38, 47, 49, 65, 70, 71, 77, 86, 107, 156, 157, 158, 159, 160, 161, 163, 173, 177, 198, 199, 206, 210, 214, 240, 245, 262, 273, 288, 298).

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
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