fachpublikation.de

Hauptseite fachpublikation.de

Verzeichnis aller Publikationen

Verzeichnis aller Autoren

Schlagwortverzeichnis

Dokumente kostenlos publizieren
 

Impressum fachpublikation.de

 

 

Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


2.3.6 Vibriose beim Menschen

Die Produktionsmittel und Abfallstoffe aus der Garnelenaquakultur (Garnelen, Algen, Futter - Muscheln, Fischmehl, Artemia salina und andere Invertebraten, Phyto- und Zooplankton -, organische Düngemittel, Teichbodenmaterial und -wasser) entsprechen dem

natürlichen Habitat der Vibrionen. Von den für Garnelen pathogenen Vibrio spp. sind folgende auch für den Menschen gefährlich: V. alginolyticus, V. anguillarum, V. damsela, V. fluvialis, V. hollisae, V. parahaemolyticus und V. vulnifius. Daneben gibt es weitere humanpathogene Vibrio spp., an denen die Garnelen selbst nicht erkranken: V. carchariae, V. cholerae, V. cincinnatiensis, V. furnissii, V. metschnikovii und V. mimicus. Die Erreger der zweiten Gruppe sind besonders gefährlich, weil sie nicht bekämpft werden, sich deshalb anreichern und Resistenzen bilden können. Im Zuge der Entwicklung intensiver Garnelenaquakultursysteme mit ihrem hohen Einsatz humanwirksamer Chemotherapeutika häufen sich daher, ähnlich wie in Folge der modernen Austern- und Lachszuchten, die Vibrioseerkrankungen beim Menschen, wobei der Krankheitsverlauf zunehmend lebensbedrohliche Formen annimmt.

Der Mensch infiziert sich über kontaminiertes Trinkwasser und den Verzehr unzureichend erhitzter oder sekundär kontaminierter Produkte von Garnelen und anderen aquatischen Tierarten. Eine Infektionsgefahr über offene Wunden oder die Ohren besteht auch beim Baden in verschmutztem Wasser. Zu den Vibrioseerkrankungen beim Menschen zählen unter anderem Gastroenteritis, Meningitis, Myositis, Pneumonie, Septikämie, Wund- und Ohreninfektionen. Besonders gefährlich ist V. vulnificus. Dieser Erreger ist äußerst invasiv. Er verursacht schwere Verlaufsformen einer primären Septikämie mit einer Lethalität von 50 % sowie Wundinfektionen mit Gewebsnekrosen und einer Lethalität von 7 %. Werden die befallenen Gliedmaßen nicht amputiert, schließt sich meist eine sekundäre Septikämie an. V. parahaemolyticus, der Erreger einer Enteritis, und V. cholerae, der die klassische Cholera hervorruft, führen in garnelenproduzierenden Ländern wie Japan und Indien immer häufiger zum Ausbruch von Epidemien (30, 31, 32, 44, 75, 80, 120, 123, 125, 138, 151, 183, 187, 203, 211, 218, 227, 233).

 

Seite zurück  Eingangsseite  Inhaltsverzeichnis  Seite vor


Home | WorldWideBooks | imMEDIAtely


Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
Bei Fragen und Anregungen zu dieser Website wenden Sie sich bitte an: webmaster@fachpublikation.de