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Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


Es konnte nachgewiesen werden, daß Adjuvantien zu schweren Gewebeschädigungen der Fische führen können und kaum Vorteile für den Immunschutz bringen. Da die stark antigen wirkenden LPS der Zellwand von V. anguillarum eine ausreichende Immunität induzieren, wird deshalb bei den handelsfertigen Vibrioseimpfstoffen auf Adjuvantien verzichtet. Eine Verbesserung des Immunschutzes durch Wiederholungsimpfungen (Boo-sterung) wird ebenfalls beschrieben. Diese sind jedoch mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden und kommen in der Praxis selten zum Einsatz. Lediglich bei der Impfung sehr kleiner Fische (etwa 1 g) kann eine zweite Impfung erforderlich werden (191).

Für die Massenapplikation von Vibrioseimpfstoffen haben sich das Dipping bei leichten Fischen (1 bis 4 g) und die Bad- und Spraymethode bei schwereren Fischen (5 bis 25 g und darüber) am besten bewährt. Neuerdings wird auch mit Vibrioseimpfstoffen aus anderen Antigenen (V. parahaemolyticus, Exotoxine) experimentiert (85, 89, 95, 116, 150, 191, 263).

Obwohl sich bei Fischen eine Vibrioseimpfung über das Wasser in der Praxis etabliert hat, weiß man bisher noch sehr wenig über die Mechanismen der Antigenaufnahme sowie die Beschaffenheit der Immunantwort (89). Da die inaktivierten Bakterien des Impfstoffes im Gegensatz zu den lebenden Erregern ihre Invasivität verloren haben und es sich andererseits um relativ große Moleküle handelt, die nicht passiv durch die Haut und Schleimhäute diffundieren können, stellt sich die Frage, wie die Antigene des Impfstoffes bei Dipping, Bad oder Spray in den Organismus der Fische gelangen. Die meisten Autoren halten die Kiemen für den Ort der Antigenaufnahme (37, 264, 292). Robohm (1986) hält es für möglich, daß die Antigene des Impfstoffes mit der Wasseraufnahme des Fisches für die Atmung über das Maul in den Organismus gelangen. Evelyn und Ketcheson (1980) vermuten, daß die Antigenaufnahme über besondere, makrophagenähnliche Zellen (Antigenrezeptoren) auf der Körperoberfläche und im Darm der Fische stattfindet. Eine aktive Aufnahme der Antigene des Impfstoffes im Darm halten auch andere Autoren für wahrscheinlich (76, 209, 246, 293). Das würde zum einen bedeuten, daß das Abwehrsystem der Fische die Fähigkeit besitzt, zwischen lebenden und abgetöteten Krankheitserregern zu unterscheiden und paradoxerweise letztere aufnimmt. Zum anderen entspräche dann eine Vibrioseimpfung über das Wasser einer Impfung der Körperoberfläche oder der intestinalen Mukosa und hätte keine systemische, sondern eine lokale Immunität zur Folge (89, 95, 246, 293). Zu diesem Schluß gelangen auch Lamers und de Haas (1985), die festgestellt haben, daß eine Boosterung zum Beispiel bei Karpfen nur dann zu einer Sekundärantwort führt, wenn der Vibrioseimpfstoff bei der Wiederholungsimpfung an derselben Stelle bzw. auf die gleiche Weise verabreicht wird wie bei der ersten Impfung.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
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