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Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


Impfstoffe weisen gegenüber Chemotherapeutika beträchtliche Vorteile auf. Sie haben keine giftigen Nebenwirkungen und verursachen keine Rückstände und Resistenzen. Ihr Einsatz gefährdet daher weder die Garnelen noch die übrige Tierwelt oder den Menschen; Wartezeiten und Restriktionen in der Auswahl zulässiger Mittel sind nicht erforderlich. Die Impfprophylaxe ist eine der sichersten Methoden zur Verhütung von Infektionskrankheiten. Sie führt neben einer erhöhten Überlebensrate außerdem zu einer verbesserten Futterverwertung und Gewichtsentwicklung. Mit Hilfe eines geeigneten Applikationsverfahrens (zum Beispiel über das Wasser) ist eine ausreichende und gleichmäßige Behandlung aller Probanden zu gewährleisten. Impfstoffe besitzen einen hohen Wirkungsgrad, sind spezifisch und erzeugen einen Langzeitschutz, so daß im Laufe einer Produktionsperiode nur eine oder zwei Behandlungen notwendig sind. Ein Impfstoff gegen die Vibriose würde nicht nur die Produktionskosten senken, sondern auch den schädlichen Einsatz von Chemotherapeutika in der Garnelenproduktion deutlich reduzieren (16).

Durch die verbesserte Qualität der Garnelen und günstigere Preis-Kostenrelation läge ein weiterer wichtiger Vorteil des Impfstoffes in der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der thailändischen Garnelenproduzenten auf dem Weltmarkt. Die Arbeitsplätze auf den Garnelenfarmen würden gesichert und die thailändische Volkswirtschaft in die Lage versetzt, dringend benötigte Devisen zu erwirtschaften. Deviseneinnahmen sind eine wichtige Voraussetzung zum weiteren Ausbau der Industrie und des Sozialsystems. Sie tragen längerfristig dazu bei, Thailand von westlicher Entwicklungshilfe unabhängig zu machen. Das Interesse an einem solchen Impfstoff ist daher sehr groß (99, 157, 158, 163, 177, 218, 224, 225, 263).

Handelsfertige Impfstoffe gegen die Vibriose bei Fischen werden in der Praxis schon seit den 80er Jahren mit gutem Erfolg eingesetzt. Seit einigen Jahren wird auch mit Vibrioseimpfstoffen für Garnelen experimentiert. In Japan und Italien gelang es bereits, P. japonicus und P. monodon unter Laborbedingungen vor Vibrioneninfektionen zu schützen. In Thailand durchgeführte Labor- und Feldversuche eines kommerziellen Unternehmens waren ebenfalls erfolgversprechend. Auf der Basis dieser Versuchsergebnisse hat das Unternehmen einen ersten handelsfertigen Vibrioseimpfstoff für P. monodon entwickelt und der Praxis zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Über das Ergebnis ist noch nichts Endgültiges bekannt, aber nach mündlichen Informationen ist ein Impferfolg nicht immer gegeben. Insgesamt bleiben bei dem bisherigen Stand der Forschung und Umfang der Labor- und Feldversuche viele Fragen offen (218).

Die bisher an Garnelen verabreichten Vibrioseimpfstoffe bestanden zum größten Teil aus einem Gemisch von mit Formalin inaktivierten Bakterien, deren Toxinen sowie sonstigen Stoffwechselprodukten und Rückständen des Anzuchtmediums in wechselnden Konzentrationen. Im Unterschied dazu hat das IBT an der Georg-August-Universität Göttingen ein Verfahren zur Produktion eines hochkonzentrierten und gereinigten Impfstoffes entwickelt. Er besteht nur noch aus der antigenetisch relevanten Fraktion der mit Formalin inaktivierten Bakterien und ihrer Toxine. Ein solcher Impfstoff verspricht einen sehr viel besseren Vibrioseschutz, da er das Abwehrsystem der Garnelen nicht mit überflüssigen und eventuell schädlichen Komponenten belastet (256).

Die vorliegende Arbeit wurde von der Firma B. B. Holding Co., Ltd., Bangkok/Thailand, angeregt. Ihr Ziel ist die Herstellung eines Vibrioseimpfstoffes für Garnelen der Spezies P. monodon auf der Basis des vom IBT entwickelten Verfahrens und seine Erprobung unter Praxisbedingungen in Thailand. Neben Erkenntnissen über die geeignete Zusammensetzung und Applikation sollen die Versuche klären, ob der Impfstoff zu einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Garnelenproduktion beitragen kann.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
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