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Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


3.2 Material, Methoden und Ergebnisse

3.2.1 Versuchsorte

Der Impfstoff gegen die Vibriose der Garnelen wurde vom IBT an der Georg-August-Universität Göttingen entwickelt und in Feld- und Laborversuchen von Oktober 1994 bis Juli 1995 an drei Standorten im Süden Thailands getestet.

Thailand liegt in der Äquatorialzone zwischen dem 97. und 106. Grad östlicher Länge und dem 5. und 21. Grad nördlicher Breite. Die Versuchsorte liegen im äußersten Süden Thailands auf der Halbinsel Malakka, die den Golf von Thailand im Osten von der Andamanensee im Westen trennt. In dieser Gegend herrscht tropisches Regenwaldklima, das vor allem durch den Monsun geprägt wird. Zwischen Mai und Oktober zieht der sehr warme und feuchte Südwestmonsun heran und bringt der Halbinsel, insbesondere der Westküste, hohe Niederschläge. Während des Nordostmonsuns zwischen November und April herrscht an der Westküste Trockenheit. Die Ostküste dagegen weist das ganze Jahr hindurch relativ hohe Niederschläge auf. Die jährliche Regenmenge Südthailands beträgt durchschnittlich 2.423 mm, die Temperaturen schwanken im Jahresverlauf zwischen 22 und 37 °C (13, 81, 176, 277).

Drei Labor- und ein Feldversuch fanden auf der kommerziellen Garnelenfarm Mongkolwat Co., Ltd., in der Provinz Nakhon Si Thammarat (Bezirk Pak Phanang) an der Ostküste statt, ein weiterer Laborversuch in einer staatlichen Brüterei in der Provinz Songkhla (Be-zirk Ranod), ebenfalls an der Ostküste. Der fünfte Laborversuch wurde in einer kommerziellen Brüterei auf Phuket (Bezirk Muang) an der Westküste durchgeführt.

3.2.2 Versuchstiere

Die Versuche zur Immunisierung von Garnelen gegen Vibrioneninfektionen wurden mit der Spezies P. monodon Fabricius, 1798, durchgeführt. P. monodon, auch giant/black tiger prawn, grass shrimp, Bären- oder Schiffskielgarnele genannt, ist die am häufigsten kommerziell genutzte Garnelenart. Sie gehört zum Stamm der Arthropoda, zum Unterstamm der Crustacea, zur Ordnung der Decapoda und zur Familie der Penaeidae (153). Die Garnele ist relativ eurythermal und euryhalin und in der indopazifischen Region zwischen 30 und 155 Grad östlicher Länge sowie 35 Grad südlicher und 35 Grad nördlicher Breite autochthon.

P. monodon ist grünbraun gefärbt und weist eine charakteristische gelblich-schwarze Bänderung auf. Sie ist eine der größten und schnellwüchsigsten Penaeidenarten und erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 270 mm und ein Gewicht von 260 g; die Weibchen sind etwas größer als die Männchen. Das Futter besteht überwiegend aus benthischen Makroinvertebraten (kleine Krustazeen, Mollusken und Anneliden) und Plankton.

Das Weibchen von P. monodon legt pro Laichzeitpunkt etwa 800.000 Eier ab. Der Entwicklungszyklus der Brut wird in eine Embryonal-, Larven- und PL-Phase eingeteilt. Die Larvenphase gliedert sich in sechs Nauplii-, drei Protozoa- drei Mysis- und drei bis vier Megalopa-Stadien, die PL-Phase in ein juveniles, adoleszentes, subadultes und adultes Stadium. Die PL werden nach den erfolgten Häutungen bezeichnet: PL 1 entspricht dem PL-Stadium nach der ersten Häutung, PL 2 dem PL-Stadium nach der zweiten Häutung und so weiter. Bei jungen, gesunden Garnelen rechnet man durchschnittlich mit einer Häutung pro Tag. Die Embryonalphase dauert ungefähr zwölf Stunden, die Larvenphase rund 20 Tage. Insgesamt beläuft sich die Lebensdauer der Garnelen auf ca. zwei Jahre.

Aus biologischen und technischen Gründen ist es bisher noch nicht gelungen, Zuchttiere zu domestizieren. Aus diesem Grund müssen adulte Garnelen in ihren Laichgebieten, zum Beispiel in der Andamanensee, gefangen werden. Die zur Vermehrung bestimmten Elterntiere werden in den Brütereien („hatcheries") verpaart und zum Ablaichen gebracht. Weibliche Zuchttiere können lediglich für zwei Laichzyklen genutzt werden, da die Menge und Qualität ihrer Eier sowie die Überlebensfähigkeit der Brut bereits nach dem ersten Laichzyklus stark abnehmen. Nachdem die Brut geschlüpft ist, durchläuft sie die Larven- und einen Teil der PL-Phase. In den Stadien PL 10 bis PL 20 werden die jungen Garnelen direkt an Farmer oder an Zwischenhändler verkauft. Die Zwischenhändler übernehmen den Transport der PL in weiter entfernt liegende Regionen und bieten sie aus sogenannten „nurseries" den Farmern der Umgebung an. Auf den Farmen werden die Garnelen in unterschiedlich großen Erdteichen zwischen drei und fünf Monaten gemästet und anschließend zum Verkauf geerntet (194, 195).

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
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