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Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


3.2.4.1.3 Laborversuch 3

Verträglichkeit unterschiedlicher Konzentrationen und Einwirkungszeiten von Penvax I (PL 5, kommerzielle Garnelenfarm)

Die bisherigen Versuche gelten für eine Situation, bei der die Impfung im Produktionsbetrieb stattfinden kann. Es wurde deshalb mit Garnelen gearbeitet, die ein Alter von PL 12 haben, in dem sie üblicherweise von den Teichwirten aus den Brütereien bezogen werden. Nach den Verhältnissen in der Untersuchungsregion Thailands sind die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für eine Impfung (separate Betontanks, Arbeitskräfte usw.) auf den Garnelenfarmen aber häufig nicht gegeben. Daher ist es möglicherweise zweckmäßig, den Impfvorgang in die Brütereien zu verlagern. Ein weiterer Vorteil einer möglichst frühen Impfung wäre, daß die Garnelen bereits in der Brüterei vor einer Vibrioneninfektion geschützt wären. Die Tiere müßten dort aber so frühzeitig behandelt werden, daß sie noch eine Phase der Erholung durchmachen könnten, bevor sie dem Transport- und Bestockungsstreß ausgesetzt werden. Um die Verträglichkeit einer so frühen Impfung zu testen, wurde auf der Farm deshalb ein Versuch mit einer Altersgruppe von PL 5 durchgeführt, wie sie normalerweise nur in Brütereien vorkommt.

Aufgrund des geringeren Alters wird eine höhere Empfindlichkeit der Versuchstiere vermutet. Deshalb wurden zwei Größen in der Versuchsanordnung geändert: erstens wurden die Einwirkungszeiten reduziert, zweitens die Impfstoffkonzentrationen stärker variiert und insgesamt herabgesetzt.

Der Laborversuch 3 wurde vom 26. bis 27. Dezember 1994 im Labor einer kommerziellen Garnelenfarm durchgeführt. Der Versuchsaufbau sah wie folgt aus (Abb. 12):

Penvax I,

  • 2 Behandlungen:
  • Kontrolle,
  • Penvax I; 5 Konzentrationen (0,1 %, 0,15 %, 0,2 %, 0,25 %, 0,3 %),
  • 3 Einwirkungszeiten: 1,5 Stunden, 2,5 Stunden und 3,5 Stunden,
  • aufgrund der begrenzten technischen Ausstattung konnte dieser Versuch nur in einer Wiederholung durchgeführt werden,
  • 18 Versuchsgruppen mit jeweils 50 PL 5.
  • Abb. 12: Versuchsaufbau von Laborversuch 3. Die Kästchen symbolisieren die Versuchsgruppen

    Kontrolle Penvax I
    ---
    1,5 h
    50 PL 5
    0,1 %
    1,5 h
    50 PL 5
    0,1 %
    2,5 h
    50 PL 5
    0,1 %
    3,5 h
    50 PL 5
    ---
    2,5 h
    50 PL 5
    0,15 %
    1,5 h
    50 PL 5
    0,15 %
    2,5 h
    50 PL 5
    0,15 %
    3,5 h
    50 PL 5
    ---
    3,5 h
    50 PL 5
    0,2 %
    1,5 h
    50 PL 5
    0,2 %
    2,5 h
    50 PL 5
    0,2 %
    3,5 h
    50 PL 5
      0,25 %
    1,5 h
    50 PL 5
    0,25 %
    2,5 h
    50 PL 5
    0,25 %
    3,5 h
    50 PL 5
    0,3 %
    1,5 h
    50 PL 5
    0,3 %
    2,5 h
    50 PL 5
    0,3 %
    3,5 h
    50 PL 5

    Die Versuchsergebnisse sind in Diagramm 6 nach den Impfstoffkonzentrationen gruppiert. Wie erwartet sind die Garnelen im PL-Stadium 5 besonders empfindlich. Dies zeigt sich auch in der sehr niedrigen primären Überlebensrate der Kontrollgruppe unter 10 %, denn die hohe Ausfallquote kann neben der natürlichen Mortalität nur mit dem Streß durch Verpackung, Transport, veränderte Wasserparameter und das mit der Impfung verbundene Handling (abzählen, umsetzen usw.) erklärt werden. Erwartet wurde ein Absinken der Überlebensrate der geimpften Versuchstiere gegenüber den Kontrolltieren, da die geimpften Garnelen zusätzlich dem Kontakt mit Penvax I ausgesetzt waren. Die primäre Überlebensrate steigt jedoch mit der Impfstoffkonzentration in der Tendenz an. Nach Definition ist die primäre Überlebensrate ein Maß für die Verträglichkeit des Impfstoffes; der Aufbau eines Impfschutzes innerhalb 24 Stunden wurde nicht vermutet. Die Versuchsergebnisse weisen aber darauf hin, daß die Behandlung mit Penvax I doch eine gewisse Schutzwirkung zur Folge hat. Die Einzelabweichungen zur Kontrollgruppe sind, bis auf eine Ausnahme abgesehen, insgesamt aber so gering, daß sie sich statistisch nicht sichern lassen. Bei der Ausnahme (0,25 % Impfstoffkonzentration und 3,5 Stunden Einwirkungszeit) dürfte es sich um einen Ausreißer handeln.

     

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    Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
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