fachpublikation.de

Hauptseite fachpublikation.de

Verzeichnis aller Publikationen

Verzeichnis aller Autoren

Schlagwortverzeichnis

Dokumente kostenlos publizieren
 

Impressum fachpublikation.de

 

 

Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


3.2.4.1.4 Laborversuch 4

Wirksamkeit unterschiedlicher Konzentrationen und Einwirkungszeiten von Penvax I (PL 5, staatliche Brüterei)

Nachdem sich im vorhergehenden Laborversuch gezeigt hat, daß Garnelen des PL-Stadiums 5 generell sehr empfindlich sind und eine hohe Mortalität aufweisen, wurde im Laborversuch 4 geprüft, ob dies auch mit dem Streß durch Verpackung, Transport und Wasserwechsel sowie den schlechteren Haltungsbedingungen auf einer Produktionsfarm zusammenhängt. Der vierte Laborversuch wurde deshalb in eine staatliche Brüterei verlegt. In der Versuchsanstellung wurde gegenüber Laborversuch 3 eine etwas längere Einwirkungszeit gewählt, weil sich dort der Einfluß einer verlängerten Einwirkungszeit auf die Verträglichkeit von Penvax I als günstig erwiesen hat. Aus technischen Gründen mußte die Auszählung der sekundären Überlebensrate schon nach vier Tagen vorgenommen werden.

Der Laborversuch 4 wurde vom 23. bis 27. Januar 1995 in einer staatlichen Brüterei durchgeführt und war folgendermaßen aufgebaut (Abb. 13):

  • Penvax I,
  • 2 Behandlungen:
    • Kontrolle,
    • Penvax I; 5 Konzentrationen (0,1 %, 0,15 %, 0,2 %, 0,25 %, 0,3 %),
  • 3 Einwirkungszeiten: 1,5 Stunden, 3 Stunden und 4,5 Stunden,
  • 1 Wiederholung,
  • 18 Versuchsgruppen mit jeweils 50 PL 5.

Abb. 13: Versuchsaufbau von Laborversuch 4. Die Kästchen symbolisieren die Versuchsgruppen

Kontrolle Penvax I
---
1,5 h
50 PL 5
0,1 %
1,5 h
50 PL 5
0,1 %
3 h
50 PL 5
0,1 %
4,5 h
50 PL 5
---
3 h
50 PL 5
0,15 %
1,5 h
50 PL 5
0,15 %
3 h
50 PL 5
0,15 %
4,5 h
50 PL 5
---
4,5 h
50 PL 5
0,2 %
1,5 h
50 PL 5
0,2 %
3 h
50 PL 5
0,2 %
4,5 h
50 PL 5
  0,25 %
1,5 h
50 PL 5
0,25 %
3 h
50 PL 5
0,25 %
4,5 h
50 PL 5
0,3 %
1,5 h
50 PL 5
0,3 %
3 h
50 PL 5
0,3 %
4,5 h
50 PL 5

In Diagramm 11 sind die Versuchsergebnisse nach den Impfstoffkonzentrationen gruppiert. Zunächst fällt auf, daß die Überlebensrate der Garnelen im PL-Stadium 5 in der Brüterei um ein Vielfaches höher ist als unter den Bedingungen des Produktionsbetriebes. Der Unterschied wird noch gravierender, wenn man berücksichtigt, daß es sich in Versuch 3 um die primäre und in Versuch 4 um die sekundäre Überlebensrate handelt. Offensichtlich spielt der mit Verpackung, Transport und Anpassung an veränderte Umweltbedingungen verbundene Streß, dem die PL im Laborversuch 3 ausgesetzt waren, dabei eine entscheidende Rolle.

Diagramm 11: Sekundäre Überlebensrate, gruppiert nach Impfstoffkonzentrationen, in Abhängigkeit von der Einwirkungszeit bei PL 5
klicken zum vergrößern!
(Auf das Bild klicken für Großansicht)

Mit steigender Impfstoffkonzentration läßt sich unter den Bedingungen der Brüterei keine Tendenz zur Verbesserung der Überlebensrate der geimpften Tiere und im Vergleich zu den Kontrolltieren ablesen. Allerdings können bei zwei Impfstoffkonzentrationen (0,2 % und 0,3 %) größere Unterschiede in der sekundären Überlebensrate in Abhängigkeit von der Einwirkungszeit beobachtet werden. Bei den Impfstoffkonzentrationen 0,1 %, 0,15 % und 0,3 % ist offensichtlich die dreistündige Einwirkungszeit besonders günstig. Der Versuch ist hier jedoch nicht eindeutig. So ist zum Beispiel bei der Impfstoffkonzentration von 0,2 % die sekundäre Überlebensrate nach dreistündiger Einwirkungszeit hochsignifikant niedriger als nach 1,5 und 4,5 Stunden.

Elimiert man die Einwirkungszeit und vergleicht den Effekt der verschiedenen Impfstoffkonzentrationen (Diagramm 12), so stellt sich heraus, daß Penvax I keinen positiven Einfluß auf die sekundäre Überlebensrate hat. Bei einer Impfstoffkonzentration von 0,25 % fällt im Gegenteil die sekundäre Überlebensrate sogar stark ab. Es handelt sich vermutlich um einen Ausreißer. Fazit ist, daß sich unter den optimalen Bedingungen der Brüterei, wo pathogene Vibrio spp. möglicherweise gar nicht vorhanden waren, eine Wir-

kung des Imfpstoffes nicht nachweisen läßt. Das schließt nicht aus, daß Penvax I bei entsprechendem Infektionsdruck wirksam gewesen wäre.

Diagramm 12: Sekundäre Überlebensrate in Abhängigkeit von der Impfstoffkonzentration bei PL 5
klicken zum vergrößern!
(Auf das Bild klicken für Großansicht)

Sortiert man die Versuchsgruppen nach den Einwirkungszeiten (Diagramm 13), zeigt sich bei der Gruppe von 1,5 Stunden, daß eine Verabreichung von Penvax I in Konzentrationen bis auf 0,2 % eine sukzessive Verbesserung der sekundären Überlebensrate bewirkt, darüber sinkt sie stärker ab. Bei dreistündiger Einwirkungszeit gilt dieser Trend in abgeschwächter Form zunächst ebenfalls, die Überlebensrate fällt hier aber bei einer Impfstoffkonzentration von 0,2 % abrupt ab. Eine weitere Erhöhung der Konzentration verbessert die sekundäre Überlebensrate wieder. Bei viereinhalbstündiger Einwirkungszeit ist die Tendenz eher gegenläufig: Mit zunehmender Impfstoffkonzentration geht die sekundäre Überlebensrate zurück, wobei die Konzentrationen von 0,2 % und 0,3 % positive Ausreißer darstellen. Die aufgetretenen Abweichungen innerhalb der drei Einwirkungszeiten sind hochsignifikant.

Diagramm 13: Sekundäre Überlebensrate, gruppiert nach Einwirkungszeiten, in Abhängigkeit von der Impfstoffkonzentration bei PL 5
klicken zum vergrößern!
(Auf das Bild klicken für Großansicht)

Diagramm 14: Sekundäre Überlebensrate in Abhängigkeit von der Einwirkungszeit bei PL 5
klicken zum vergrößern!
(Auf das Bild klicken für Großansicht)

Berücksichtigt man nur die Einwirkungszeiten von Penvax I, dann ergibt sich die in Diagramm 14 dargestellte Situation. Eine Verlängerung der Einwirkungszeit zeigt eher die Tendenz zur Senkung der sekundären Überlebensrate. Zumindest ist in diesem Versuch im Gegensatz zum Laborversuch 3 mit der Einwirkungszeit kein positiver Effekt auf die Überlebensrate der Versuchstiere verbunden.

 

Seite zurück  Eingangsseite  Inhaltsverzeichnis  Seite vor


Home | WorldWideBooks | imMEDIAtely


Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
Bei Fragen und Anregungen zu dieser Website wenden Sie sich bitte an: webmaster@fachpublikation.de