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Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


3.2.4.1.5 Laborversuch 5

Verträglichkeit unterschiedlicher Konzentrationen, Einwirkungszeiten und Impfverfahren von Penvax II (PL 12-14, kommerzielle Brüterei)

In früheren Versuchen hat sich gezeigt, daß allein der Kontakt mit dem Impfstoff während des Antigenbades, insbesondere bei hohen Konzentrationen, einen Streßfaktor für die Garnelen darstellt. Das konnte an der hohen Zahl von Hüpfern beobachtet werden, auch wenn sich dies nicht unbedingt in einer erhöhten Mortalität nach einem Tag niederschlug. In Laborversuch 5 wurde deshalb der Frage nachgegangen, ob ein Splitting der Impfstoffdosis zu einer Verringerung der Streßreaktion führt. Zu diesem Zweck wurde die Gesamtimpfstoffmenge bei einer Versuchsgruppe auf drei Dosen verteilt (Splitting). Gleichzeitig wurde die Einwirkungszeit verlängert, um eine ausreichende Antigenaufnahme durch die PL zu gewährleisten. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Laborversuchen wurde hier mit einer wesentlich größeren Versuchstieranzahl gearbeitet. Die PL konnten daher nicht mehr einzeln abgezählt werden, sondern mußten mit einer, auch beim Verkauf an die Farmen üblichen Methode geschätzt werden. Da die Versuchstiere direkt in der Brüterei geimpft wurden, entfielen bei ihnen Verpackung, Transport und Adaption an veränderte Wasserparameter.

Der Laborversuch 5 wurde vom 20. bis 24. April 1995 in einer kommerziellen Brüterei durchgeführt und war wie folgt aufgebaut (Abb. 14):

  • Penvax II,
  • 2 Impfverfahren:
    • Splitting: 1. Tag 0,075 %, 2. und 3. Tag jeweils 0,0375 % Penvax II (insgesamt 0,15 %),
    • einmalige Impfung; 2 Konzentrationen (0,1 %, 0,25 %),
  • 2 Einwirkungszeiten: Splitting jeweils 5 Stunden, einmalige Impfung 4 Stunden,
  • aufgrund organisatorischer Engpässe in der Brüterei mußte dieser Versuch in einer Wiederholung und ohne Kontrollgruppe durchgeführt werden,
  • 3 Versuchsgruppen: Splitting 150.000 PL 12 (1. Tag), x PL 13 (2. Tag) und y PL 14 (3. Tag), zwei einmalige Impfungen mit jeweils 130.000 PL 14. Zwischen dem ersten und dem dritten Tag (PL 12 bzw. PL 14) häuteten sich die Garnelen zweimal.

Abb. 14: Versuchsaufbau von Laborversuch 5. Die Kästchen symbolisieren die Versuchsgruppen

1. Tag 2. Tag 3. Tag
0,075 %
5 h
150.000 PL 12
0,0375 %
5 h
x PL 13
0,0375 %
5 h
y PL 14
0,1 %
4 h
130.000 PL 14
0,25 %
4 h
130.000 PL 14

In diesem Versuch wurde Penvax II anstelle von Penvax I verwendet. Die Verträglichkeit der zwei getesteten Impfverfahren wurde per definitionem als primäre Überlebensrate nach einem Tag ermittelt. Die Ergebnisse sind im Diagramm 15 wiedergegeben.

Zunächst zeigt es sich, daß alle Behandlungen mit Penvax II die primäre Überlebensrate der Versuchstiere um knapp 50 % gesenkt haben. Diese Quote wäre aus wirtschaftlichen Gründen inakzeptabel. Ob es sich dabei jedoch um einen Ausreißer gehandelt hat, konnte aus zeitlichen Gründen nicht mehr untersucht werden. Die Verabreichung der Gesamtimpfstoffmenge in jeweils einer Gabe und bei vierstündiger Einwirkungszeit ergibt keine Unterschiede in der Verträglichkeit zwischen den Konzentrationen 0,1 % und 0,25 %. Ein Splitting mit dreimaliger Applikation von Penvax II im Abstand von jeweils einem Tag bei insgesamt 0,15 % Impfstoffkonzentration (mit vier auf fünf Stunden verlängerter Einwirkungszeit) senkt die primäre Überlebensrate dagegen zusätzlich. Der Effekt läßt sich statistisch zwar nicht absichern, er dürfte allerdings von praktischer Bedeutung sein. Denn mit dem Splitting ist ein dreifaches Handling verbunden, das einen hohen Streßfaktor darstellt, wie an früherer Stelle nachgewiesen werden konnte. Dies wurde auch durch den schlechteren Gesundheitszustand der PL - nach Yunker (1989) ermittelt - bestätigt. Der Handlingstreß wurde durch die gegenläufige Wirkung der niedrigeren Impfstoffdosen beim Splitting vermutlich überlagert, denn die primäre Überlebensrate ging weniger zurück als erwartet. Wichtigstes Ergebnis dieses Versuchs ist, daß eine einmalige Impfung dem Splitting der Gesamtimpfstoffmenge und der Verabreichung in mehreren Dosen vorzuziehen ist.

Diagramm 15: Einfluß des Splittings der Gesamtimpfstoffdosis auf die primäre Überlebensrate von PL 12
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Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
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