fachpublikation.de

Hauptseite fachpublikation.de

Verzeichnis aller Publikationen

Verzeichnis aller Autoren

Schlagwortverzeichnis

Dokumente kostenlos publizieren
 

Impressum fachpublikation.de

 

 

Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


2. Impfung der Versuchstiere und Bestockung der Kompartments. Die vorbereitenden Arbeiten des Feldversuchs vom Transport der PL von der Brüterei auf die Farm bis zur Bestockung der Kompartments stimmen im wesentlichen mit den Abläufen bei den Laborversuchen überein. Behandelt wurde hier aber eine größere Zahl von Garnelen (46.800 PL), als für den Versuch vorgesehen waren (30.000 PL), um bei erhöhter Ausfallrate genügend Versuchstiere zur Verfügung zu haben. Die Versuchsgruppen wurden nach dem Antigenbad zunächst in gereinigte und desinfizierte Betonbecken umgesetzt. Dort blieben sie drei Tage. Sie wurden damit einem Verträglichkeitstest unterworfen. Dem desinfizierten Wasser wurde das Spezialfutter „Special black grain" zugesetzt. Das Futter hatte zusätzlich die Aufgabe, das Wasser zu färben, um die Freßlust der Garnelen anzuregen, denn diese nehmen in klarem Wasser normalerweise zuwenig Futter auf. Daneben wurden frisch geerntete und desinfizierte Artemialarven verfüttert. Aufgrund des großen Wasservolumens, der geringen Besatzdichte und kurzen Verweildauer der PL konnte auf die regelmäßige Säuberung und den Ersatz verdunsteten Wassers verzichtet werden. Zum Schutz vor Verunreinigungen, Schädlingen und gegen die Sonneneinstrahlung waren die Becken außerdem mit Netzen abgedeckt. Am dritten Tag wurden die Versuchstiere - nach zwei Häutungen nunmehr PL 15 - zu je 500 Stück abgezählt und in die vorgesehenen Versuchsabteilungen eingesetzt.

3. Belüftung und Wassermanagement. Belüftung und Wassermanagement ergaben sich aus der Teichbewirtschaftung auf Mongkolwat. Zum Sauerstoffeintrag und zur Umwälzung des Teichwassers waren Schaufelradbelüfter („wheel paddle aerators") in Betrieb. Einer Verschlechterung der Wasserqualität wurde bei Bedarf durch Maßnahmen wie Wasseraustausch, Zufuhr von Süßwasser, Änderung des Belüftungsprogramms, Kalkung oder Düngung des Teichwassers und Verringerung der täglichen Futterration entgegengewirkt.

4. Untersuchung von Teichwasser- und Garnelenproben. Die regelmäßige Erfassung der für das Gedeihen der Garnelen wichtigen physikalischen und chemischen Wasserparameter und die Untersuchung von Wasser- und Garnelenproben auf Krankheitskeime erfolgte nach den auf Mongkolwat üblichen Methoden (siehe Anhang). Dabei richten sich Zeitpunkt und Häufigkeit der Messung in erster Linie nach den charakteristischen Tages- und längerfristigen Schwankungen der verschiedenen Faktoren. Ein Teil der Untersuchungen fand direkt am Teich statt (Feldmessungen), der andere Teil im Labor (Laboranalysen). In der nachstehenden Auflistung sind die auf der Farm angestrebten Optimalbereiche bzw. tolerierten Minimal- oder Maximalwerte der einzelnen Faktoren aufgeführt. Abweichende Werte anderer Autoren sind jeweils in Klammern gesetzt (60, 171). Die Einzelwerte dürfen aber nicht unabhängig voneinander betrachtet werden; die Schadschwellen hängen von den Wechselwirkungen der Parameter ab. Dazu wird auf die einschlägige Literatur verwiesen.

Feldmessungen:

  • Temperatur: zweimal täglich (kurz vor Sonnenaufgang und -untergang). Optimalbereich zwischen 27 (28) und 30 (33) °C.>
  • Sauerstoff (als „dissolved oxygen", DO): zweimal täglich (kurz vor Sonnenaufgang und -untergang). Minimalwert 3 (4) mg/l, besser 5 (6) mg/l.
  • pH-Wert: zweimal täglich (kurz vor Sonnenaufgang und -untergang). Optimalbereich zwischen 7,9 (6,5-7,5) und 8,5 (9,0). Maximale Tagesschwankung 0,3 (0,5). Ein abruptes Absinken von 8,2 auf 7,0 innerhalb von 6 Stunden führt zum Massensterben.
  • Turbidität (Maß für das Zoo- und Phytoplanktonwachstum): einmal täglich (vormittags, bei Sonnenschein). Optimalbereich zwischen 30 (20) und 50 (70) cm.
  • Farbe: einmal täglich (vormittags, bei Sonnenschein). Besonders intensive Farben (grün, braun oder gelb) weisen auf die Dominanz einer Phytoplanktonart hin.
  • Schaum: einmal täglich (vormittags). Schaum zeigt das Massensterben einer oder mehrerer Phytoplanktonarten an.

Laboranalysen:

  • Salinität: einmal täglich (morgens), in Ausnahmefällen öfter (zum Beispiel während der Zuleitung großer Mengen Süßwassers in die Teiche oder bei der Adaption von PL an das Teichwasser nach dem Transport von der Brüterei auf die Farm). Optimalbereich zwischen 15 (10) und 25 (30) g/l, maximale Tagesschwankung 5 g/l.
  • Alkalinität (auch Säurebindungsvermögen genannt): einmal täglich (morgens). Optimalbereich (als CaCO3) zwischen 80 und 200 mg/l.
  • Ammoniak und Ammonium: dreimal wöchentlich (nachmittags). Maximalwerte: „total ammonia" (NH3 + NH4+) 0,6 mg/l, Ammoniak (NH3) 0,1 mg/l. Garnelen im Larven- und frühen PL-Stadium sind gegenüber NH3 wesentlich empfindlicher als ältere Tiere.
  • Nitrit (NO2-): einmal wöchentlich (nachmittags). Maximalwert: 0,25 mg/l.
  • Zoo- und Phytoplankton: einmal täglich (nachmittags). Angestrebt wird ein ausgewogenes Verhältnis der nützlichen Planktonarten zueinander, schädliche Arten sollen möglichst nicht vorkommen. Nützliche Planktonarten bilden eine wichtige Nahrungsgrundlage für Garnelen und verbessern die Verwertung des eingesetzten Fertigfutters. Ihr reichliches Vorhandensein wirkt sich durch Trübung und Wasserfärbung günstig auf das Wohlbefinden der Tiere aus und hemmt die Entwicklung von Wasserpflanzen. Insbesondere Phytoplankton stabilisiert die Wasserqualität, erhöht den DO-Gehalt und senkt die Giftwirkung von Schadstoffen. Schädliche Arten dagegen behindern die Entwicklung nützlicher Arten und stellen Nahrungskonkurrenten oder Parasiten (zum Beispiel Zoothamnium) der Garnelen dar. Sie setzen beim Absterben und durch Stoffwechselaktivität außerdem große Mengen Ammoniak und Toxine frei und können einen ekelerregenden Geruch der erntereifen Garnelen hervorrufen.
  • Bakterien: mindestens einmal wöchentlich. Maximalwerte für die Teichwasser- und Garnelenproben: „total bacteria" 1,0 x 105 Kolonien, „total Vibrio" 1,0 x 104 Kolonien.
  • Viren: auf Verdacht. Es dürfen keine Viren in Garnelenproben vorhanden sein.

 

Seite zurück  Eingangsseite  Inhaltsverzeichnis  Seite vor


Home | WorldWideBooks | imMEDIAtely


Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
Bei Fragen und Anregungen zu dieser Website wenden Sie sich bitte an: webmaster@fachpublikation.de