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Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


5. Fütterung der Versuchstiere. In den Versuchseinheiten wurde ein separates Fütterungsregime mit Fertigfutterpellets der Hersteller „CP-Group" und „Grobest" durchgeführt. Gefüttert wurde etwas weniger, als in Standardtabellen für das entsprechende PL-Stadium vorgesehen ist, um ein Absinken überschüssigen Futters auf den Boden der Kompartments zu verhindern. Die tägliche Futtermenge wurde auf fünf Rationen verteilt. Während des Versuchs wurden keine Medikamente verabreicht.

6. Gesundheitskontrolle der Versuchstiere. In jedem Kompartment war ein „lift-net" installiert. Diese lift-nets bestanden aus einem Bambuskreuz, deren Enden mit den vier Ecken eines Netztuches verbunden waren. Am Kreuzungspunkt der Bambusstangen war eine Schnur befestigt. Die lift-nets wurden einmal täglich, mit etwas Futter versehen, an der Schnur ca. 1 m tief ins Wasser gelassen und nach etwa zwei Stunden mit den darin befindlichen Garnelen wieder herausgezogen. Die Gesundheit der Versuchstiere wurde nach Yunker (1989) beurteilt und die Tiere anschließend zurück ins Wasser gegeben.

7. Säuberung der Kompartments. Die Netze wurden zweimal täglich abgebürstet, um ein Anwachsen von Fadenalgen zu verhindern. Dies hätte den Austausch mit Teichwasser behindert und zu einer Verschlechterung der Wasserqualität in den Versuchsabteilungen geführt.

8. Ernte der Versuchstiere. Es wurden drei Erntetermine gewählt: 1, 2 und 3 Monate nach der Bestockung. Der erste Termin am 1./2. Februar und der zweite am 1. März liegen im Vergleich zur Praxis relativ früh. Sie waren aber erforderlich, um Aussagen über Beginn, Höhe und Dauer eines Impfschutzes im Zeitablauf machen zu können. Der dritte Termin (2./3. April) entspricht der ortsüblichen Produktionsdauer, die zwischen drei und vier Monate beträgt. Zur Ernte wurden die Netzkonstruktionen von den Holzgerüsten gelöst und ans Ufer gezogen. Dort wurden die Garnelen abgesammelt und anschließend im Labor gezählt, gewogen, nach Yunker (1989) beurteilt sowie bakteriologisch untersucht. Zum ersten Erntetermin wurden die Kompartments 10 bis 15, 25 bis 30, 40 bis 45 und 55 bis 60 eingeholt, zum zweiten die Kompartments 7 bis 9, 22 bis 24, 37 bis 39 und 52 bis 54 und zum dritten die Kompartments 1 bis 6, 16 bis 21 und 31 bis 36. Die Daten der Versuchsgruppen 2, 43, 52 und 53 konnten nicht ausgewertet werden, da die Netze beschädigt waren. Aus technischen Gründen war eine Ernte der Kompartments 46 bis 51 nicht möglich (Akkumulation von Abfallstoffen am Boden der Netzgehege, quergespannte Stromkabel unter der Wasseroberfläche).

Als Ergebnis der routinemäßigen Untersuchungen des Teichwassers und der Versuchstiere kann festgehalten werden: Fast alle Wasserparameter lagen während des gesamten Versuchszeitraumes innerhalb des optimalen Bereichs. DO lag ebenfalls immer im Optimalbereich, nahm im Verlauf der drei Monate aber tendenziell ab und war in den Versuchsabteilungen durchschnittlich etwas niedriger als außerhalb. Temperatur und pH-Wert lagen vorübergehend auch unter bzw. über dem Optimum, ohne jedoch schädliche Werte anzunehmen. Kurz vor dem dritten Erntetermin stieg der Ammoniakgehalt zunächst in Teich B stark an. Gleichzeitig nahm die Vibrio spp.-Belastung des Teichwassers und der Garnelen deutlich zu, und es wurden vermehrt tote Tiere außerhalb der Kompartments gefunden. In den Kompartments selbst konnten keine toten Garnelen entdeckt werden. Die gleiche Entwicklung fand mit Verzögerung auch in Teich A statt. Mit Rücksicht auf die Versuchsdurchführung konnten in den Versuchsteichen weder Desinfektionsmittel noch Medikamente eingesetzt werden. Um einem drohenden Totalverlust zu begegnen, wurden die beiden Teiche daher schon nach drei Monaten abgeerntet.

Die tägliche Gesundheitskontrolle mit Hilfe der lift-nets kurz vor dem dritten Erntetermin und die Untersuchung der Versuchstiere nach der Ernte ergaben einen leichten Zoothamnium-Befall (parasitäre Planktonart), insbesondere der Garnelen aus Teich B. Die Tiere waren rötlich verfärbt und es wurde eine hohe Vibrio spp.-Belastung diagnostiziert.

Zwischen den geimpften Versuchstieren und den Kontrolltieren konnten allerdings keine Unterschiede im Befall mit Vibrio spp. nachgewiesen werden.

Im Diagramm 16 erkennt man, daß die Überlebensraten der Versuchsgruppen unter den herrschenden Feldbedingungen nach 3 Monaten absinken. Beim Vergleich der Überlebensraten zu den drei Ernteterminen ist zu beachten, daß es sich jeweils um unterschiedliche Versuchstiere und -abteilungen gehandelt hat. Damit ist die höhere Überlebensrate der Kontrolltiere nach 2 Monaten im Gegensatz zur Überlebensrate nach 1 Monat zu erklären.

Diagramm 16: Einfluß unterschiedlicher Impfstoffkonzentrationen auf die Überlebensrate nach 1, 2 und 3 Monaten
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Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
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