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Dr. Claudia Bechteler: Versuche zur Immunisierung von Garnelen (Penaeus monodon) gegen Vibrioneninfektionen


Im zweiten Laborversuch wurde die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Penvax I untersucht. Die Verträglichkeit des Impfstoffes, in Konzentrationen von 0,25 % und 0,5 % an PL 12 appliziert, war sehr gut. Sie lag über der des vorhergehenden Versuchs, was auf den wesentlich geringeren Formalingehalt dieser Impfstoffcharge zurückzuführen sein dürfte. Bei der Verabreichung von Penvax I in einer Konzentration von 1,5 % wurden allerdings die typische Streßreaktion während des fünfstündigen Antigenbades und eine erhöhte Mortalität der Garnelen im Verlauf des sechs Tage dauernden Versuchs beobachtet. Im Gegensatz zum ersten Versuch, in dem die Überlebensrate der Kontrollgruppe am höchsten war, führte in diesem Versuch die Impfstoffkonzentration von 0,25 % nach fünf Tagen zum besten Resultat. Transport, Verpackung, Wasserwechsel, das mit der Impfung verbundene Handling und vor allem die spezifischen Haltungs- und Hygienebedingungen wirkten sich aber in vergleichsweise hohen Tierausfällen aus.

Die bisherigen Versuche galten für eine Situation, bei der die Impfung im Produktionsbetrieb stattfinden kann. Deshalb wurde mit PL 12 gearbeitet, wie sie von Teichwirten aus den Brütereien bezogen werden. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß es aus technischen und organisatorischen Gründen zweckmäßiger wäre, den Impfvorgang in die Brütereien zu verlegen. Weitere Vorteile wären, daß die PL bereits in der Brüterei vor einer Vibrioneninfektion geschützt wären und die Teichwirte Garnelen beziehen könnten, die von Anfang an einen Vibrioseschutz besäßen. Streßfaktoren wie Transport, Verpackung und Wasserwechsel kurz vor der Impfung würden entfallen. Auf der Farm wurde deshalb ein Versuch mit einer Altersgruppe von PL 5 durchgeführt, wie sie normalerweise nur in der Brüterei anzutreffen ist. Erwartungsgemäß reagierten die jungen Garnelen auf Verpackung, Transport, veränderte Wasserparameter und das mit der Impfung verbundene Handling sehr empfindlich. Die Überlebensrate sank bei allen Gruppen innerhalb eines Tages auf unter 25 %. Im Vergleich zur Kontrollgruppe wiesen die meisten der mit verschiedenen Impfstoffkonzentrationen und Einwirkungszeiten behandelten Versuchsgruppen jedoch eine höhere Überlebensrate auf. Dieses Ergebnis überrascht, da die primäre Überlebensrate als Maß für die Verträglichkeit des eingesetzten Impfstoffes gilt. Die Überlebensraten der geimpften Garnelen dürften somit keinesfalls höher als die der Kontrolltiere liegen, da jene zusätzlich dem Streß durch den Kontakt mit Penvax I ausgesetzt waren. Das heißt aber, daß die Impfung von Garnelen des PL-Stadiums 5 offensichtlich möglich und bereits nach einem Tag wirksam war. In der Literatur wird über erfolgreiche Impfungen von Garnelen noch früherer Entwicklungsstadien (Larven) berichtet. In weiteren Versuchen sollte abgeklärt werden, ob die Garnelen in diesem Alter bereits dazu fähig sind, einen dauerhaften und ausreichenden Vibrioseschutz für die gesamte Produktionsperiode aufzubauen.

Während mit verlängerter Einwirkungszeit die Überlebensrate anstieg, führte eine höhere Impfstoffkonzentration nur bis zu einem bestimmten Niveau zu besseren Resultaten, darüber sank die Überlebensrate wieder ab. Das beste Ergebnis wurde mit einer Konzentration von 0,25 % und dreieinhalbstündiger Einwirkungszeit erzielt. Vermutlich können sich Impfstoffkonzentration und Einwirkungszeit in gewissen Spannen gegenseitig ersetzen. Dieser Zusammenhang ist bei Fischen bereits bekannt. Wegen der hohen Mortalität der Versuchstiere mußte der Versuch am zweiten Tag abgebrochen werden.

Nachdem sich gezeigt hatte, daß Garnelen des PL-Stadiums 5 sehr empfindlich sind, wurde ein ähnlicher Versuch mit Penvax I und dieser Altersgruppe in eine Brüterei verlegt, um zu prüfen, ob dies auch mit dem Streß durch Verpackung, Transport und Wasserwechsel sowie den schlechteren Haltungs- und Hygienebedingungen auf einer Garnelenfarm zusammenhängt. Die Überlebensrate der Versuchstiere in der Brüterei war tatsächlich um ein Vielfaches höher als unter den Bedingungen des Produktionsbetriebes. Der Unterschied wird noch gravierender, wenn man berücksichtigt, daß hier die Überlebensrate erst nach fünf Tagen ermittelt wurde. Offensichtlich spielt der mit Verpackung, Transport und Anpassung an veränderte Umweltbedingungen verbundene Streß, der in diesem Versuch entfiel, für die Überlebensrate eine entscheidende Rolle. Beim Vergleich mit der Kontrollgruppe erkennt man, daß die Haltungs- und Hygienebedingungen in der Brüterei wesentlich besser waren als auf der Farm. Das hat aber auch dazu geführt, daß sich eine Wirkung des Impfstoffes nicht nachweisen ließ, was nicht ausschließt, daß Penvax I bei entsprechendem Infektionsdruck wirksam gewesen wäre. Die vergleichsweise besten Ergebnisse wurden mit einer Impfstoffkonzentration von 0,2 % bei eineinhalb- und dreieinhalbstündiger Einwirkungszeit erzielt.

 

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Stand der letzten Aktualisierung: 21. November 2005
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